"Technischer und finanzieller Kraftakt": Millionen-Förderbescheid für die U5-Verlängerung in München

Mit der Übergabe des symbolischen Förderbescheids setze man "ein starkes Signal", sagt Verkehrsminister Bernreiter. Bund und Freistaat lassen sich den Ausbau der U5 einiges kosten.
von  AZ
Hier wird gegraben, damit in etwa zehn Jahren die verlängerte U-Bahnlinie U5 durchbrausen kann.
Hier wird gegraben, damit in etwa zehn Jahren die verlängerte U-Bahnlinie U5 durchbrausen kann.

Das Gesamtprojekt der U5-Verlängerung vom Laimer Platz nach Pasing erstreckt sich auf 3,8 Kilometer Länge: Jetzt hat Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) den symbolischen Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt vom neuen U-Bahnhof Baumschule Laim bis Pasing Bahnhof an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) überreicht. 

Christian Bernreiter: "Ein enormer Schub für die Stadt und den U-Bahn-Ausbau"

Zu diesem Zweck stellen Bund und Freistaat insgesamt 645,2 Millionen Euro bereit. Der Freistaat gewährt eine Förderung in Höhe von zehn Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gemäß Bayerischen Finanzausgleichsgesetz (BayFAG), während der Bund eine Förderung in Höhe von 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) trägt.

"Vor über 50 Jahren, zu den Olympischen Sommerspielen 1972, gingen die ersten U-Bahnen in München in Betrieb. Sollte die Vision wahr werden, dass München erneut Austragungsort der Olympischen Sommerspiele und Paralympics wird, wäre das ein enormer Schub für die Stadt und auch den U-Bahn-Ausbau – sowohl für die geplante U9 in der Innenstadt als auch für die U4 in Richtung Münchner Nordosten", wird Bernreiter in der Mitteilung der Stadt zitiert.

Der bayerische Verkehrminister Christian Bernreiter (rechts) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mit dem symbolischen Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt der U5-Verlängerung vom neuen U-Bahnhof Baumschule Laim bis Pasing Bahnhof.
Der bayerische Verkehrminister Christian Bernreiter (rechts) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mit dem symbolischen Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt der U5-Verlängerung vom neuen U-Bahnhof Baumschule Laim bis Pasing Bahnhof. © Michael Nagy/Presseamt Stadt München

Derzeit laufen die Arbeiten an mehreren Standorten gleichzeitig: entlang der Gotthardstraße sowie an den drei künftigen U-Bahnhöfen Baumschule Laim (auf Höhe der Willibaldstraße), Am Knie und Pasing. Zudem entsteht westlich der Willibaldstraße das Bauwerk für den Startschacht der Tunnelbohrmaschine. Von dort wird diese sich bis nach Pasing vorarbeiten. Parallel dazu gehen bereits Bauarbeiten für die geplante Verlängerung von Pasing nach Freiham über die Bühne.

Dieter Reiter: "Am Ausbau der Infrastruktur zu sparen, wäre der falsche Ansatz"

Noch bevor dort der zweite Realisierungsabschnitt des neuen Wohnquartiers entstehe, werde eine Vorhaltemaßnahme für den künftigen Endbahnhof fertiggestellt. Diese Vorgehensweise spare Kosten und verhindere spätere Beeinträchtigungen für die Menschen, die künftig in Europas größtem Neubaugebiet leben, heißt es aus dem Rathaus.

OB Dieter Reiter dankte Bund und Land für die gewährten Zuschüsse und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Förderprogramme für kommunale Infrastruktur: "Wir haben uns bewusst vor ein paar Jahren für dieses ehrgeizige Projekt entschieden. Ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ist für eine wachsende Stadt mit rund 1,6 Millionen Einwohnern unverzichtbar. Am Ausbau der Infrastruktur zu sparen, wäre eindeutig der falsche Ansatz".

Die U-Bahn sei "ein verlässlicher Partner für Mobilität", betonte Reiter: "Wird die Strecke wie geplant nach Freiham weiter verlängert, wird dadurch ein neuer Stadtteil mit rund 25.000 Menschen noch besser angeschlossen. Damit ist eine schnelle Verbindung – sowohl für den autofreien Weg in die Innenstadt als auch zum Knotenpunkt Pasing gesichert. Der Bau einer U-Bahn ist ein technischer und finanzieller Kraftakt, der ohne Fördermittel nicht zu stemmen wäre.“ 

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