Taxler beklagen: Viele von uns stehen vor dem Aus

Mit einer großen Protestaktion wollen die Fahrer auf ihre Probleme aufmerksam machen. In der Pandemie fühlen sie sich alleingelassen und sehen sich gar in ihrer Existenz bedroht.
| Paul Nöllke Daniel von Loeper
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Die Taxifahrer (v.l.) Özdemir Yasar und Milan Skrbic auf der Theresienwiese.
Die Taxifahrer (v.l.) Özdemir Yasar und Milan Skrbic auf der Theresienwiese. © Daniel von Loeper

München - Zu Beginn der Pandemie fuhren die Taxler oft kostenlos: "Pfleger, Schwestern und Ärzte haben wir damals auf eigene Kosten befördert", erzählt Gregor Beiner, Vorstand beim Bundesverband Taxi und Mietwagen "bis es dann irgendwann nicht mehr ging". Denn inzwischen brauchen viele der Taxler, die damals so solidarisch halfen, selber Hilfe.

"Wir haben fast 90 Prozent Umsatzeinbrüche", sagt Beiner. "Wir müssen Taxi fahren, aber haben keine Kunden mehr." Geld durch Corona-Rettungsschirme bekommen die Taxiunternehmer nicht, da sie oft Kleinunternehmer sind und ihr Gewerbe in der Pandemie nicht nur ausüben können, sondern sogar dazu gezwungen sind. "Wir sind Teil des Öffentlichen Nahverkehrs und müssen unseren Dienst also aufrecht erhalten", erklärt Beiner die Problematik.

Sternfahrt: Sicherheit hat oberste Priorität

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, haben die Taxiverbände in Bayern gestern eine Sternfahrt durch München auf die Theresienwiese veranstaltet. "Es geht darum, Sichtbarkeit zu erzeugen", so Beiner. Auf der Theresienwiese blieben die Taxifahrer nahe bei ihren Autos stehen, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten. Daher gab es dort auch keine Kundgebung. Sicherheit, das wollen die Taxiverbände klar machen, habe für sie die oberste Priorität.

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Die Taxifahrer konnten dennoch ihren Unmut äußern: "Wir leben von unseren Ersparnissen, aber langsam wird es eng", sagt Özdemir Yasar der AZ. Sein Kollege Milan Skrbic stimmt ihm zu: "Wir demonstrieren, damit Taxifahrer nicht aussterben."

Ideen werden von Politik nicht angenommen

Im Schnitt muss ein Taxifahrer in Bayern pro Tag 200 Euro verdienen, nur um seine Kosten zu decken. "Zur Zeit verdienen wir etwa 50 Euro", erklärt Beiner. Die Taxiunternehmer hätten daher schon verschiedenste Ideen an die Politik weitergereicht, um die Probleme der Taxler etwas zu mindern. "Wir könnten zum Beispiel alte und gefährdete Menschen zu den Impfzentren fahren", sagt Florian Bachmann, Vorstand des Taxiverbands München. Auch Hilfsgelder für Taxifahrer seien im Gespräch gewesen. "Doch die Ideen, die wir entwickeln, werden von der Politik überhaupt nicht angenommen", so Bachmann.

Oft würde die Staatsregierung auf die Kommunen verweisen, die Kommunen wieder auf die Staatsregierung. Am Ende täte sich gar nichts und die Taxler blieben mit ihren Sorgen und Nöten allein.

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