Surfspaß an der Eisbachwelle: Darum baut sich die Welle wieder auf

Nach langer Sperrung freuen sich Schaulustige wieder an den Surfern an der Eisbachwelle. Warum die sich plötzlich wieder natürlich aufbaut? Die Einbauten könnten geholfen haben.
von  Irene Kleber
Monika Vogt (4.v.l.) wird zum Muttertag von ihrer Familie überrascht – mit einem Ausflug zur Eisbachwelle: „So schön, endlich wieder den Surfern zuzuschauen.“
Monika Vogt (4.v.l.) wird zum Muttertag von ihrer Familie überrascht – mit einem Ausflug zur Eisbachwelle: „So schön, endlich wieder den Surfern zuzuschauen.“ © Daniel von Loeper

Da sind sie wieder, die Schaulustigen, die am Haus der Kunst von der Eisbachbrücke herunterschauen. Sie hocken links und rechts am Ufer. Strahlen und staunen, wie Münchens Surferinnen und Surfer im Neopren ihre Welle wieder reiten – endlich.

Seit der neue OB Dominik Krause (Grüne) letzten Freitag den weltberühmten Surfspot am Englischen Garten wieder für Wellenreiter freigegeben hat, ist dort am Wochenende fast alles wie früher.

Seit Freitag ist das Surfen an der Eisbachwelle wieder offiziell erlaubt. Das lockt viele Zuschauer an den Surferspot.
Seit Freitag ist das Surfen an der Eisbachwelle wieder offiziell erlaubt. Das lockt viele Zuschauer an den Surferspot. © Daniel von Loeper

Extra aus Berlin angereist: "Absolut gigantisch"

Die Familie von Monika Vogt beispielsweise freut sich riesig: "Ich wurde zum Muttertag mit diesem Ausflug überrascht, so schön, dass wir den Surfern wieder zuschauen können", sagt sie. Die Berlinerin Mischa (31) ist extra aus der Hauptstadt angereist, um die Surfer zu sehen: "Absolut gigantisch", findet sie. Fröhlich schaut auch Rikschafahrer Michael (55) aus: "Super Sache, dass die Welle offen ist, für uns ist das hier auch ein wichtiger Stellplatz im Englischen Garten."

Mischa (31) ist für die Welle aus Berlin angereist: „Absolut gigantisch!“
Mischa (31) ist für die Welle aus Berlin angereist: „Absolut gigantisch!“ © Daniel von Loeper

Nur bis 22 Uhr und mit selbstlösender Leash

Allerdings gelten klare Benutzungsregeln, die auch angeschrieben sind: Gesurft werden darf nie allein und nur von 5.30 bis 22 Uhr und Surfer müssen eine Sicherungsleine (Leash) benutzen, die sich im Notfall selber vom Bein löst. Denn im April 2025 war bei Dunkelheit kurz vor Mitternacht eine 33-jährige Surferin an der Welle tödlich verunglückt, weil ihre Leash sich im Bachbett verhakt hatte. Die genaue Ursache konnte nicht gefunden werden (AZ berichtete).

Danach war die Eisbachwelle zeitweise gesperrt. Und nach der Bachauskehr im Oktober, bei der zu viel Sand und Kies aus dem Bett geschaufelt worden war, baute sich überhaupt keine surfbare Welle mehr auf. Es folgten ein Surfverbot, viele Debatten zwischen Surfern und Stadtverwaltung, diverse wissenschaftliche Tests, um sie künstlich wiederherzustellen – und etliche Male hängten Unbekannte verbotenerweise Holzrampen ins Wasser (die immer schon geholfen haben, wenn die Welle mal zickte).

„Super Sache, dass die Surfer wieder surfen dürfen“, sagt Rikschafahrer Michael (55). Die Eisbachwelle ist ein wichtiger Startplatz für Fahrten.
„Super Sache, dass die Surfer wieder surfen dürfen“, sagt Rikschafahrer Michael (55). Die Eisbachwelle ist ein wichtiger Startplatz für Fahrten. © Daniel von Loeper

"Man muss ihr helfen, dass sie sich aufstellen kann und dann auch bleibt"

Nun die Überraschung: Die Welle funktioniert wieder stabil, ganz natürlich ohne Einbau. Wie lässt sich das erklären? "Die Welle hat ein Eigenleben und braucht Zeit. Man muss ihr helfen, dass sie sich aufstellen kann und dann auch bleibt", sagt Surf-Club-Präsident Martin Grün zur AZ, "das kennen wir seit 30 Jahren." Zuletzt seien beispielsweise die Temperaturen hoch gewesen. "Da wächst Moos, das hilft."
Und sicherlich seien auch die kurzfristigen Einbauten der letzten Wochen hilfreich gewesen – die genehmigten wissenschaftlichen mit Gitterkonstruktionen wie auch die ungenehmigten Holzrampen, die Unbekannte zeitweise an Seilen ins Wasser gehängt hatten. "Perfekt ist die Eisbachwelle immer noch nicht", sagt Grün, "und sie wird auch nicht für immer so stehen wie jetzt. Wir brauchen für die Zukunft schon eine dauerhafte Lösung."

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