Supermarktkette Tegut vor dem Aus: Was das für die Münchner Filialen bedeutet

Gerüchte gab es schon lange, doch nun ist es Gewissheit: Die Supermarktkette Tegut wird vom deutschen Markt verschwinden. Rund 7400 Beschäftigte sind davon betroffen. Wie es für sie, auch in den 14 Münchner Filialen, nun weitergeht.
André Wagner |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
6  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Bis zum Ende des Jahres werden alle Tegut-Filialen in Deutschland verschwunden sein.
Bis zum Ende des Jahres werden alle Tegut-Filialen in Deutschland verschwunden sein. © Daniel von Loeper

Mitte Januar gab es erste Berichte, dass die Supermarktkette Tegut bundesweit Filialen schließt und Stellen abbaut. Doch seit dem 11. März ist es Gewissheit: Es ist alles noch viel schlimmer. Tegut wird vollständig aufgelöst, bis Jahresende soll die Marke vollständig verschwinden. Der Schweizer Mutter-Konzern Migros hat keine Hoffnungen mehr die Fuldaer Bio-Kette, trotz hartem Sparkurs, noch zu retten.

Am Mittwochmorgen wurden die rund 7400 Beschäftigten darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Betrieb eingestellt und das Filialnetz verkauft wird. Noch am Samstag wurde einer AZ-Redakteurin in einer Münchner Filiale, beim Anblick halbleerer Regale, gesagt, dies geschehe, weil ganz auf Bio umgestellt werden soll. Wussten es die Beschäftigten vor wenigen Tagen noch gar nicht besser? 

Tegut-Mitarbeitern wurde Schweigepflicht auferlegt

Die AZ war am Donnerstag in einer Münchner Filiale vor Ort, allerdings durfte sich dort keiner der Mitarbeiter zu der Situation äußern. Bei einem Anruf in einer anderen Filiale wurde der AZ mitgeteilt, dass den Mitarbeitern zu diesem Thema eine Schweigepflicht auferlegt wurde.

Bundesweit gibt es rund 300 Tegut-Filialen, darunter über ein Dutzend in München. Die gute Nachricht für die Beschäftigten: den größten Teil der Filialen verkauft Migros an den Handelskonzern Edeka, wie der "Tagesanzeiger“ in der Schweiz berichtet.  Laut dpa soll es sich dabei um rund 200 Filialen handeln. Voraussetzung für den Deal ist allerdings die Zustimmung des Bundeskartellamts. Angaben zum Kaufpreis machten weder Migros noch Edeka.

Neben zahlreichen Filialen übernimmt die Edeka-Zentrale auch das neue Logistikzentrum in Michelsrombach, die Bäckerei Herzberg sowie die Tegut-Schwester Smart Retail Solutions mit rund 40 autonomen Teo-Märkten. Die Mehrheit der übernommenen Tegut-Märkte soll auf die Edeka-Regionen Hessenring, Südwest, Südbayern und Nordbayern verteilt werden. 

Ob von der Übernahme auch die zahlreichen Filialen in München betroffen sind, da wollte man bei der EDEKA Südbayern Handels Stiftung & Co. KG auf AZ-Anfrage noch nicht ins Detail gehen.

Weitere Standorte, die Rede ist von einer hohen zweistelligen Anzahl, sollen verschiedenen Berichten zufolge an Rewe gehen, allerdings ohne zentrale Verwaltungsfunktion. Rewe selbst äußert sich laut "Lebensmittel Zeitung" nicht zu etwaigen Filialübernahmen.  Migros verhandelt nach eigenen Angaben "mit weiteren bekannten deutschen Marktteilnehmern".

Arbeitsplätze in den Märkten "sollten erhalten werden können"

Die Arbeitsplätze in den Märkten "sollten erhalten werden können", teilte eine Sprecherin der Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) dem hessischen Rundfunk auf Anfrage mit. "Wie viele der Mitarbeitenden aus der Betriebszentrale, der Logistik und der Herzberger Bäckerei weiter beschäftigt werden", stehe jedoch noch nicht fest. Ob der Name Tegut erhalten bleibt, ist bislang unklar.

Tegut war seit Januar 2013 im Besitz der GMZ, doch das Geschäft in Deutschland wollte nicht in Fahrt kommen. Die relativ kleine Unternehmensgröße machte der Supermarktkette zu schaffen, der Umsatz von Tegut entspricht gerade mal 2 Prozent des deutschen Detailhandelsumsatzes. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Tegut nach eigenen Angaben einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Für Migros war das Ganze ein finanzieller Reinfall. Der Verlust des Konzerns seit der Tegut-Übernahme bis zum endgültigen Verkauf Ende 2026 belaufe sich laut GMZ "auf maximal 600 Millionen Euro“, wie der "Tagesanzeiger“ schreibt. Konzernchef Patrik Pörtig sprach von einer "sehr schmerzhaften" Entwicklung, bei der viel Kapital vernichtet worden sei.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Normalist vor einer Stunde / Bewertung:

    Seit Jahren Totgeburt.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • JerryH vor 2 Stunden / Bewertung:

    Macht nur so weiter Altparteien im Dummland 3.0.. Und EU Europäischer Untergang

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Flo91 vor einer Stunde / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von JerryH

    Du laberst mal wieder einen zusammenhangslosen Unsinn daher, dass die Wände wackeln :D

    Sollte deine rechtsnationale Sippe nicht glücklich sein, dass jetzt Supermärkte in Deutschland wieder "den Deutschen" gehören? :D

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.