Streit unter Kollegen: Mit Glasscherbe auf Kontrahenten losgegangen

Prozess um versuchten Totschlag: Ein 22-Jähriger verletzte sein Opfer schwer am Hals.
| John Schneider
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Laut Anklage  griff der Kurierfahrer dann zu einer Bierflasche und schlug sie dem Opfer auf den Kopf (Symbolbild).
Laut Anklage griff der Kurierfahrer dann zu einer Bierflasche und schlug sie dem Opfer auf den Kopf (Symbolbild). © dpa/AZ

München - Ein Streit unter Paketzustellern über laute Musik eskaliert so heftig, dass am Ende ein Kontrahent beinahe verblutet. Der Vorfall im Mai vergangenen Jahres in einem Unterschleißheimer Arbeiterwohnheim beschäftigt seit Montag das Landgericht.

Staatsanwaltschaft spricht von versuchtem Totschlag

Die Vorwürfe in der Anklage würden so nicht stimmen, lässt Ion B. (22, Name geändert) über Anwalt Manuel Lüdtke erklären. Sein Mandant soll das Opfer lebensgefährlich verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von versuchtem Totschlag.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es bereits bei einem Grillausflug an diesem 17. Mai zu einem Streit zwischen den beiden Männern gekommen war. Ion B. soll dem Opfer dabei Brusthaare angesengt haben, ohne den Mann aber weiter zu verletzen.

Wohnheim: Polizei-Einsatz nach Schlägerei

Zurück im Wohnheim bekam Ion B. dann Ärger, weil er und ein anderer Bewohner zu laut Musik hörten. Ein Verantwortlicher des Wohnheims schritt ein, es kam zu einer Rangelei, Fäuste flogen, die Polizei wurde alarmiert.

Ion B. soll laut Anklage wütend auf das spätere Opfer gewesen sein, weil ihn dieses bei der Rangelei zuvor von dem Heim-Verantwortlichen weggezogen hatte.

Er erinnere sich nicht mehr an alles, was dann geschah, sagt Ion B. gestern zum Prozessauftakt zu der Tat. Man habe sich aber gegenseitig beschimpft, so wie es in der Anklage steht. Das Opfer soll ihn dabei massiv bedroht haben, sagt er.

Anklage: Mann schlägt Bierflasche auf Kopf

Laut Anklage griff der Kurierfahrer dann zu einer Bierflasche und schlug sie dem Opfer auf den Kopf. Der Mann flüchtete in die Küche und zog die Tür zu. Ion B. schlug daraufhin die Scheibe der Tür ein, und brach eine Glasscherbe heraus. Da er die Tür nicht öffnen konnte, stach Ion B. mit der Scherbe durch die Öffnung auf seinen Kontrahenten ein.

Auch dieser wehrte sich mit einer Scherbe, wurde dann aber am Hals getroffen und begann sofort stark zu bluten. Ion B. ließ daraufhin von dem Mann ab und verließ das Haus. Der Prozess wird fortgesetzt.

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