Streit um Finck-Milliarden: "Es geht um Gerechtigkeit"

Helmut, der Spross der milliardenschweren Finck-Dynastie, will seine Halbbrüder enterben lassen – sie hätten nicht dem letzten Willen seines Vaters August von Finck senior entsprochen.
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Helmut Finck kämpft um sein Erbe - und hat Klage beim Landgericht eingereicht.
vario-images Helmut Finck kämpft um sein Erbe - und hat Klage beim Landgericht eingereicht.

MÜNCHEN - Helmut, der Spross der milliardenschweren Finck-Dynastie, will seine Halbbrüder enterben lassen – sie hätten nicht dem letzten Willen seines Vaters August von Finck senior entsprochen.

Es geht um Milliarden: Vollblutzüchter Helmut von Finck (55) kämpft um sein Erbe. Seine Halbbrüder August und Wilhelm hätten den letzten Willen seines Vaters August von Finck senior nicht entsprochen, glaubt er. Deswegen hat der 55-Jährige Klage beim Landgericht eingereicht. Helmut von Finck erklärt auf AZ-Anfrage: „Es geht mir allein um die Gerechtigkeit. Der letzte Wille meines Vaters muss geprüft werden.“ Er kritisiert unter anderem den Verkauf des Bankhauses Merck Finck & Co an die britische Barclays Bank.

Der Hintergrund: Helmuts Vater, der wie sein Halbbruder August hieß, starb 1980. Der milliardenschwere Bankier führte zwei Ehen. Der ersten entstammen Wilhelm und August, der zweiten Gerhard und Helmut. Helmut von Finck wurde aber zu Gunsten seines Sohnes Nino in der Erbfolge übergangen. Nino erbt jedoch seinerseits erst, wenn sein Vater gestorben ist. Solange verwaltet der Familien-Clan die Milliarden.

"Diese Herrschaften waren nicht kooperativ"

Nino, der in Trudering aufwuchs, lernte seinen Onkel August nie kennen. Auch sein Vater Helmut wurde mit den Stiefbrüdern nie wirklich warm. Bei der Verwaltung des Milliardenvermögens der Familie, die an Hochtief und Löwenbräu beteiligt war und immer noch Anteile an Mövenpick hält, durfte Helmut nicht mitreden – und resignierte. 1985 ließ er sich einen Millionenbetrag auszahlen. Dafür verzichtete er auf weiteres Mitspracherecht. „Diese Herrschaften waren nicht kooperativ", erklärte Helmut von Finck 2006 der AZ, „jetzt nicht und damals nicht." Noch heute sagt er: „Mit Nino sind sie auch so umgesprungen.“

Sein Sohn zeigte sich kämpferischer. Nachdem er auf die Frage, wie viel er denn einst erben werde, gesagt bekam, dass man ein Aktiendepot im Wert von 28 Millionen Euro für ihn verwalte, klagte Nino 2006 gegen seinen Onkel August und Cousin Wilhelm von Finck. Er wollte Auskunft über die genaue Höhe und die Verwaltung seines Erbes erhalten. Und blitzte mit dieser Klage beim Landgericht ab.

Jetzt droht ein neuer Familienstreit im Hause von Finck. Auf die neue Erbschaftsklage angesprochen, heißt es aus der Finckschen Hauptverwaltung nur knapp: „Wir nehmen dazu keine Stellung.“

John Schneider

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