Streit um Eisbachwelle ebbt nicht ab: Stadt reagiert verwundert auf offenen Brief der Surfer

Der Surf Club München reagierte mit einem offenen Brief auf das totale Surfverbot auf der Eisbachwelle. Die Stadt zeigt sich über das Schreiben verwundert.
von  André Wagner
Bis auf Weiteres ist das Surfenauf der Eisbachwelle verboten. (Archivbild)
Bis auf Weiteres ist das Surfenauf der Eisbachwelle verboten. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

In einer neuen Allgemeinverfügung hat die Stadt München das Surfen auf der Eisbachwelle bis auf Weiteres verboten. Als Begründung nannte die Stadt die unmittelbare Gefahr des Ertrinkens. Dies gab die Stadt und Vertreter der Münchner Surfcommunity am vergangenen Freitag (6. Februar) nach einem Treffen im Rathaus in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. 

Mit der neuen Allgemeinverfügung, die am Mittwoch verabschiedet wurde, wurde das Verbot nun noch "offiziell" gemacht. Mit dem temporären Verbot sollen nicht nur Surfer und Surferinnen, sondern auch die Rettungskräfte, die sich bei den Einsätzen selbst in Lebensgefahr begeben müssten, geschützt werden.

Surf Club reagiert mit offenem Brief auf Surfverbot

Auf die neue Verfügung und das totale Surfverbot auf dem Münchner Hotspot reagierte der Surf Club München mit Unverständnis. In einem offenen Brief stellt der Verein am Donnerstag klar, dass die Surferinnen und Surfer in München niemals darum gebeten hätten, das Surfen auf der Eisbachwelle einzustellen. Die Argumentation der Stadt, dass durch das Weißwasser Lebensgefahr bestünde, könne der Surf Club nicht nachvollziehen und fordere daher die unverzügliche Aussetzung der Allgemeinverfügung vom 10. Februar 2026 sowie Transparenz über die Entscheidungsgrundlagen.

Am Freitag hat die Stadt München auf den offenen Brief reagiert und zeigt sich erstaunt über die Aussagen, die die Mitglieder des Surf-Clubs in ihrem Schreiben gegen das Surfverbot an der Eisbachwelle getroffen haben.

Stadt zeigt sich erstaunt über widersprüchliche Surfer-Aussagen

"Sie widersprechen den Aussagen, die die Vertreter*innen der Surfcommunity im gemeinsamen Gespräch im Rathaus am vergangenen Freitag, 6. Februar, getätigt haben", heißt es in einer Mitteilung des Referats für Klima- und Umweltschutz (RKU).

Das RKU erklärt, dass bei dem Treffen auch von Seiten des Surf Club unmissverständlich auf die sehr gefährliche, aktuelle Situation an der Eisbachwelle hingewiesen wurde, die sich durch eine neue, am seitlichen Uferrand entstandene "kleine Welle" ergeben habe. Auf dieser würde für ungeübte Surfer und Surferinnen durch das Weißwasser Lebensgefahr bestehen. Für diese akute Gefahrenlage würden die Surfvereine keine Verantwortung übernehmen können.

Da trotz dieser Gefahr Surfer auf dieser "kleinen Welle" ihrem Hobby nachgehen würden, sah sich die Stadt zu einem dringenden Handeln gezwungen. Aus juristischer Sicht gab es, laut RKU, daher keine andere Möglichkeit, als das Surfen auf der Eisbachwelle bis auf Weiteres generell zu verbieten, da es rechtlich nicht möglich sei, eine Unterscheidung in "geübte" und "nicht geübte" Surfer zu treffen.

Stadt weiter an konstruktiver Lösung interessiert

Schon im Vorfeld der neuen Allgemeinverfügung wurde die Surfcommunity über diesen erforderlichen Schritt informiert. Aus diesem Grund sei man von Seiten der Stadt verwundert über die Reaktion des Surf Club München.

Beim Treffen am 6. Februar wurde zudem kommuniziert, dass die Surfverbotsschilder an der Eisbachwelle wieder aufgestellt werden. Diese standen in der jüngeren Vergangenheit bereits, wurden aber von Unbekannten abgebaut.

Trotz des aktuell geltenden Surfverbots stellt das RKU klar, dass man weiterhin daran interessiert ist, konstruktiv daran zu arbeiten, dass die beliebte Surferwelle wiederhergestellt und ein rechtlich gangbarer Rahmen gefunden wird.

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