Streik im bayerischen Handel: Auch Lidl-Lagerhäuser vor München betroffen

Die Gewerkschaften im bayerischen Handel schalten einen Gang höher: Sie wollen die gerade angelaufenen Tarifverhandlungen mit Aktionen begleiten: Es gibt erste Warnstreiks. Kunden in München müssen sich vorerst aber keine Sorgen machen.
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Anzing: Mitarbeiter eines Lagers des Discounters Lidl stehen bei einem Warnstreik mit einem Banner mit der Aufschrift "Ohne uns kein Geschäft" vor einem Lager des Discounters Lidl.
Anzing: Mitarbeiter eines Lagers des Discounters Lidl stehen bei einem Warnstreik mit einem Banner mit der Aufschrift "Ohne uns kein Geschäft" vor einem Lager des Discounters Lidl. © Matthias Balk/dpa

München - In der Tarifrunde im bayerischen Groß- und Einzelhandel hat es die erste größere Warnstreikrunde gegeben. Damit will die Gewerkschaft ihre Forderung nach 4,5 Prozent mehr Gehalt sowie einem zusätzlichen Fixbetrag von 45 Euro im Monat untermauern. Größere Kundgebungen in der Öffentlichkeit waren wegen der Corona-Infektionsgefahr nicht geplant, wie Verdi am Freitag mitteilte.

"Die Belegschaft hat in den vergangenen 14 Monaten der Pandemie geschuftet"

Im Einzel- und Versandhandel in Bayern sind laut Verdi mehr als eine halbe Million Menschen beschäftigt, im Großhandel etwa 270.000. Die Belegschaften hätten in den vergangenen 14 Monaten der Corona-Pandemie geschuftet, sagte Thomas Gürlebeck, der Verdi-Verhandlungsführer für den Großhandel. Die Beteiligung sei gut.

Bestreikt werden zwei große Lidl-Lagerhäuser vor München

Bestreikt wurden unter anderem zwei große Lidl-Lagerhäuser in Anzing vor den Toren Münchens und in Graben, unweit von Augsburg. In beiden Betrieben soll nach Angaben Gürlebecks bis einschließlich Samstag gestreikt werden, ansonsten waren eintägige Warnstreiks geplant. Auf AZ-Anfrage erklärte Lidl, die tägliche Belieferung der Filialen in München sei dennoch weiterhin sichergestellt.

Verdi argumentiert, dass die Beschäftigten in beiden Zweigen des Handels im Pandemiejahr hohe Mehrumsätze erwirtschaftet hätten. Die erste Verhandlungsrunde mit dem Handelsverband Bayern war ergebnislos zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber verweisen darauf, dass viele stationäre Einzelhändler im Coronajahr keineswegs glänzende Geschäfte machten, sondern mit großen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen hatten.

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