Streik der Ärzte: Die Fronten sind verhärtet

Kein Ende in Sicht: Im Kampf um bessere Bezahlung, vor allem der Nacht- und Bereitschaftsdienste, streiken die Mediziner an den kommunalen Kliniken weiter.
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Im Streik: Mediziner kommunaler Kliniken.
dpa Im Streik: Mediziner kommunaler Kliniken.

Kein Ende in Sicht: Im Kampf um bessere Bezahlung, vor allem der Nacht- und Bereitschaftsdienste, streiken die Mediziner an den kommunalen Kliniken weiter.

MÜNCHEN Eine Woche nach Beginn der Ärztestreiks an kommunalen Kliniken ist ein Ende nicht in Sicht. Während der Marburger Bund weiterhin „ein akzeptables Angebot“ der Arbeitgeber fordert, entgegnet der kommunale Arbeitgeberverband, dass ein „kompromissfähiges Angebot“ längst vorliege. Für die städtischen Kliniken in München gilt an den Pfingsttagen die normale Feiertagsregelung, danach die Notdienst-Vereinbarungen.

Seit Montag laufen in den städtischen Kliniken die Notdienst-Vereinbarungen – vom Streik ausgenommen sind Kinderabteilungen, Nothilfen und die Intensiv-und Wachstationen. Allein im Schwabinger Krankenhaus traten nach Angaben des dortigen Streikführers Thomas Neumann 30 bis 40 Ärzte in den Streik.

„Die Streikstimmung ist gut“, sagt der 32-jährige Anästhesist. „Aber der Frustpegel steigt! Uns bleibt jede Wertschätzung vorenthalten. Wir sind nurmehr hochqualifizierte Akkordarbeiter ohne Gestaltungsspielraum– und werden vor allem nachts miserabel bezahlt.“ Über Verdienst-Vergleiche mit anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, wie sie die Arbeitgeber machen, ärgert er sich. „Kein Jurist und Chemiker hat unsere Arbeitsbedingungen.“

Einer der Knackpunkte im Streit der Ärzte mit den Kliniken ist die bessere Bezahlung der Nacht und Bereitschaftsdienste – nachts etwa gibt es derzeit pro Stunde 1,28 Euro zusätzlich. „Eine Beleidigung“, befand kürzlich Rudolf Henke, Bundesvorsitzender des Marburger Bundes. Außer der Neuregelung dieser Dienste fordert die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Gehalt – die Arbeitgeber boten zuletzt 2,9 Prozent bei einer Laufzeit von 33 Monaten.

Bruno Wirnitzer, Personalchef der städtischen Kliniken in München, forderte ein Ende der Streiks: „Der Marburger Bund muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und mit verantwortungsvollem Augenmaß verhandeln.“ Wie sich der Streik auswirkt, darüber haben Streikende und Arbeitgeber unterschiedliche Ansichten. Bei den kommunalen Kliniken heißt es, der Streik hätte kaum Auswirkungen. Lediglich bei planbaren Operationen gebe es Verschiebungen.

Für Neumann „reines Taktieren“: „Die Arbeitgeber versuchen, die Notdienst-Vereinbarungen nach Kräften zu unterlaufen. Um die Fallzahlen hoch zu halten, wird getrickst und durchgedrückt, was geht – im Zweifelsfall als deklarierter Notfall.“

V. Assmann

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