Streik am Montag in München: Homeoffice bei BMW, Allianz und Co

Tram, Busse und U-Bahnen fahren am Montag nicht – Verdi ruft die Beschäftigten im Nahverkehr auf, ihre Arbeit niederzulegen. Für die anderen Arbeitnehmer, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, wirft das die Frage auf: Wie komme ich trotzdem pünktlich zur Arbeit? Alternativen müssen her. Die AZ hat nachgefragt, inwiefern die großen Münchner Arbeitgeber diese bieten.
Der größte Arbeitgeber ist die Stadt selbst. Wenn es zum Streik kommt, empfiehlt sie ihren Beschäftigten, nach Möglichkeit die vorhandenen digitalen Arbeitsmöglichkeiten zu nutzen. Die Stadt teilt der AZ mit: "Mobiles Arbeiten und Homeoffice sind bei der Landeshauptstadt München seit Jahren fest etabliert und haben sich als gleichwertige Alternative zur Arbeit vor Ort bewährt."
Stadt München bietet Homeoffice und Gleitzeit an
Demnach sind Führungskräfte dazu angehalten, mobiles Arbeiten sowie flexible Lösungen wie Gleitzeit oder Urlaub großzügig zu ermöglichen. Präsenztermine können zudem bei Bedarf kurzfristig in digitale Formate umgewandelt werden. Laut Angaben der Stadt erlaubt sie ihren Beschäftigten, alle Arbeiten mobil zu erledigen, insofern das "ohne Einschränkungen hinsichtlich Qualität, Quantität und Dienstablauf" möglich ist.
Der Flughafen München erwartet auf Nachfrage der AZ keine Probleme, weil die meisten Mitarbeiter mit dem Auto oder der nicht vom Streik betroffenen S-Bahn zur Arbeit kommen. Auch die Option auf Homeoffice besteht, allerdings lassen viele Jobs am Flughafen das nicht zu. "Diese Kolleginnen und Kollegen müssen rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz sein und selber dafür sorgen, dass dies gewährleistet ist", teilt der Flughafen mit.
Homeoffice bei der Allianz: "Das gilt umso mehr bei Streik"
Ganz ähnlich handhabt es die Allianz. Sie ermöglicht es dem überwiegenden Teil der Beschäftigten, Homeoffice zu nutzen. "Das gilt natürlich umso mehr, wenn es aufgrund von Streiks oder Wetterkapriolen Probleme beim Weg zur Arbeitsstätte geben sollte", teilt eine Sprecherin der AZ mit. Zum mobilen Arbeiten besteht bei der Allianz eine Betriebsvereinbarung mit vier gemeinsamen Präsenztagen pro Monat für das jeweilige Team. "Weitere Anlässe für Präsenz definiert jedes Team für sich selbst wie beispielsweise die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen, Schulungen oder der Start von gemeinsamen Projekten", so die Sprecherin.

Die Allianz ermöglicht ebenso Gleitzeit, was das Problem des Zuspätkommens mildert und bietet in ihrer Hauptzentrale in Unterföhring Eltern-Kind-Räume an, die bei "unvorhersehbaren Situationen" genutzt werden können – dazu gehört laut Allianz auch, das Kind wegen der Streiks nicht zur Betreuung bringen zu können. "Die Räume sind so ausgestattet, dass sowohl Arbeitsplätze für die Eltern zur Verfügung stehen als auch Spiel-, Ruhe- und Wickelmöglichkeiten für die Kinder." Einen wirtschaftlichen Schaden oder Beeinträchtigungen der Betriebsabläufe erwartet die Allianz aufgrund ihrer Angebote nicht.
Telefónica Deutschland (O2) teilt der AZ lediglich mit, dass die Mitarbeiter von einem "sehr flexiblen Arbeitsmodell" hinsichtlich Zeit und Ort profitieren würden. "Wir gehen daher davon aus, dass sich in allen unseren Teams gute Lösungen in der kommenden Woche finden lassen." Infineon Technologies geht auf Anfrage der AZ mit den Streiks locker um, da der überwiegende Teil der Belegschaft in München vom Homeoffice aus arbeiten könne. "Wir überlassen es daher im Regelfall den Mitarbeitenden zu entscheiden, wie sie mit eingeschränkter Mobilität umgehen", heißt es.
BMW: Keine Sonderregelungen bei Streiks
Siemens teilt auf Anfrage der AZ mit, dass die Firma für einen Großteil der über 9000 Mitarbeiter in München flexible Arbeitszeitregelungen ermöglicht. "Vor allem im Bürobereich gibt es die Vertrauensgleitzeit, Homeoffice beziehungsweise mobiles Arbeiten kann an zwei bis drei Tagen die Woche genutzt werden."

Anders als die Allianz arbeiten bei Siemens Menschen jedoch nicht nur im Büro. Zum konkreten Umgang mit Produktionsmitarbeitern äußert sich das Unternehmen nicht, sondern teilt lediglich mit: "In Absprache mit der Führungskraft werden auch in Ausnahmesituationen in der Regel sinnvolle und umsetzbare Lösungen für alle Beteiligten getroffen."
Auch BMW hat das Problem, dass nicht alle Mitarbeiter einer Büroarbeit nachgehen. Wie diese Beschäftigten trotzdem zur Arbeit kommen, etwa durch eine erhöhte Parkplatzkapazität, beantwortet BMW auf Anfrage der AZ nicht. Es teilt mit, dass es bei Streiks keine Sonderregelungen gebe. "Mitarbeitende können im Rahmen der seit 2013 bestehenden Betriebsvereinbarung Mobilarbeit nutzen, sofern dies individuell mit der jeweiligen Führungskraft abgestimmt ist."