Star-Architekt saniert Hauptzollamt an der Donnersbergerbrücke in München

Nach Jahrzehnten ohne große Renovierung wird das Münchner Hauptzollamt komplett erneuert. Ein Star-Architekt übernimmt die aufwendige Sanierung des historischen Gebäudes. Die Hintergründe.
von  Eva von Steinburg
Ein gewaltiges Haus: das frühere Hauptzollamt an der Donnersbergerbrücke.
Ein gewaltiges Haus: das frühere Hauptzollamt an der Donnersbergerbrücke. © imago

Es ist eines der markantesten Gebäude an der Stammstrecke: das ehemalige Hauptzollamt an der Landsberger Straße. Von den Gleisen aus erkennen Bahnfahrer und S-Bahn-Gäste den gewaltigen historischen Komplex mit der markanten Glaskuppel in seiner ganzen Größe und Pracht.

Die letzte Renovierung war in den 80er-Jahren. Nun soll das Gebäude an der Landsberger Straße energetisch ertüchtigt werden. Sanierungsbeginn soll im Herbst 2026 sein.

Teile dienen als Depot für das Deutsche Museum

Teile des Zolls sind in dem Komplex untergebracht. Zudem dienen Lagerhallen als Depot für das Deutsche Museum. Es gibt Wohnungen und auch Büros für Bima-Beamte. Dem Bund, der Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), gehört das Gebäude.

Der Eingang zum ehemaligen Hauptzollamt an der Landsberger Straße.
Der Eingang zum ehemaligen Hauptzollamt an der Landsberger Straße. © imago

Chipperfield hat das Gebäude gebaut, in dem Apple sitzt

Für den Sanierungsauftrag war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden. Gewonnen hat die Generalsanierung des 112 Jahre alten Gebäudes das Büro des britischen Star-Architekten David Chipperfield.

Der weltbekannte Architekt ist in München kein unbekannter: An der Karlstraße hat er den Komplex "Karl" gebaut, in dem Apple sitzt. Für den Signa-Konzern von René Benko entwickelte er vor der Pleite das Projekt "Corbinian" in der Schützenstraße.

Das 112 Jahre alte Hauptzollamt auf einer historischen Postkarte.
Das 112 Jahre alte Hauptzollamt auf einer historischen Postkarte. © imago

Drei bis vier Jahre soll die Sanierung dauern. Auch die markante Glaskuppel weist Schäden auf. Zu den Sanierungskosten gibt die Bima-Pressestelle der AZ keine Auskunft. In den Münchner Medien wird über mögliche Renovierungskosten in einer Höhe von 200 Millionen Euro spekuliert.

Im Ersten Weltkrieg war hier ein Lazarett

Seit 50 Jahren steht der Bau unter Denkmalschutz. Der Komplex hat eine wechselhafte Geschichte. Im Ersten Weltkrieg diente der Bau als Lazarett. Später lagerten die Nationalsozialisten Tabak, Wein und Käse in den Hallen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US-Armee das Haus als Versorgungsstation.

Der Zoll unterhält in dem mächtigen Gebäude inzwischen nur noch das Zollfahndungsamt – und eine Abteilung zur Kontrolle von Schwarzarbeit.

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