Zweigstelle von Ankerzentrum in München-Trudering geplant

Offenbar plant der Freistaat eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Sogar Helfer sind skeptisch.
| Gaby Mühlthaler
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Die Anker-Dependance in der Funkkaserne am Frankfurter Ring. (Archivbild)
Andreas Gebert/dpa Die Anker-Dependance in der Funkkaserne am Frankfurter Ring. (Archivbild)

Offenbar plant der Freistaat eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in München-Trudering. Sogar Helfer sind skeptisch.

Trudering -  Nach Informationen der AZ erwägt die Regierung von Oberbayern, in Trudering die Zweigstelle eines Ankerzentrums werden.

Das neue Ankerzentrum soll in einer ehemaligen Büroimmobilie hinter dem "Hotel am Moosfeld" unterkommen und liegt direkt neben einem kleinteiligen Wohngebiet. 2015 diente das Haus schon als Erstaufnahmeeinrichtung und wurde mehrere Jahre durch Flüchtlinge belegt. Um diese Menschen kümmerte sich damals der Helferkreis von Sankt Peter und Paul, in dem Eva Horlacher auch heute noch aktiv ist.

"Wir sehen das Ankerzentrum sehr skeptisch, weil das Konzept der Staatsregierung nicht funktioniert – das sieht man an der Funkkaserne", sagt Horlacher. Der Standort ohne Außenbereich sei schlecht geeignet für Menschen, die tagein tagaus zur Untätigkeit verdammt seien, bis über Ihre Zukunft entschieden werde. "Freiflächen sind besonders wichtig, denn die Menschen wissen ja nicht, was sie den ganzen Tag lang tun sollen", sagt Eva Horlacher.

Eva Horlacher: "Man sollte sich um einen besseren Standort bemühen, damit es nicht so eine Häufung auf engem Raum gibt"

Auch Kochstellen müssten vorgesehen werden, denn "es ist immer schlecht, wenn sie nicht selbst kochen können". Skeptisch ist der Helferkreis zudem, weil es im Umfeld von 800 Metern bereits zwei Einrichtungen gibt. "Am Moosfeld 21 leben 170 anerkannte Flüchtlinge, in der Karl-Schmid-Straße, wo gerade renoviert wird, sollen wieder 170 einziehen". Zu den vorhandenen 340 Plätzen kämen dann noch 400 weitere in der Ankerzentrums-Dependance hinzu.

"Man sollte sich um einen besseren Standort bemühen, damit es nicht so eine Häufung auf engem Raum gibt", so Horlacher. Sie ärgert sich, weil "von der Regierung keine Auskünfte zu bekommen sind" und fürchtet, der Helferkreis werde die zusätzliche Arbeit nicht stemmen können. Der Landtagsabgeordnete und CSU-Generalsekretär Markus Blume aus dem Münchner Osten ist in Sachen Ankerzentrums-Zweigstelle nach eigenen Angaben bereits tätig geworden.

"Wir versuchen eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel ist."

"Ich bin, was die Einrichtung angeht, mit der Regierung im Gespräch. Wir versuchen eine Lösung zu finden, die sowohl für die Anwohner akzeptabel ist, als auch für das Hotel", erklärte der Abgeordnete Blume am Donnerstag im Gespräch mit der AZ. Im "Hotel am Moosfeld" logieren viele Gäste internationaler Messen. In der Vergangenheit konnte das Haus reichlich Erfahrung mit der ehemaligen Erstaufnahme-Einrichtung sammeln.

Damals gab es unter anderem Klagen, weil sich Gruppen von Neuankömmlingen – für die es ja keine Freiflächen gab – vor der Hotelanlage und in der unmittelbar angrenzenden Einfahrt zwischen Hotel und Gästehaus niederließen. Nun fürchten viele in Trudering wohl eine Wiederholung.

 

Lesen Sie hier mehr: Keine weiteren Ankerzentren in Deutschland geplant

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