XXXLutz macht dicht: Das sagt die Gewerkschaft

Die plötzliche Nachricht von der Schließung der XXXLutz-Filiale auf der Schwanthalerhöhe alarmiert die Gewerkschaft. Auch die Stadt äußert sich.
| Myriam Siegert
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
So voll war es nicht immer: Bei der Neu-Eröffnung 2006 ist der Möbelmarkt an der Theresienhöhe gut besucht.
Imago 2 So voll war es nicht immer: Bei der Neu-Eröffnung 2006 ist der Möbelmarkt an der Theresienhöhe gut besucht.
So voll war es nicht immer: Bei der Neu-Eröffnung 2006 ist der Möbelmarkt an der Theresienhöhe gut besucht.
Imago 2 So voll war es nicht immer: Bei der Neu-Eröffnung 2006 ist der Möbelmarkt an der Theresienhöhe gut besucht.

Die plötzliche Nachricht von der Schließung der XXXLutz-Filiale auf der Schwanthalerhöhe alarmiert die Gewerkschaft. Die Stadt sieht die Pläne zur Umgestaltung grundsätzlich positiv

Schwanthalerhöhe - Mit der Münchner Filiale des Möbelmarktes XXXLutz schließt einer der letzten Möbelmärkte in der Innenstadt. Stattdessen soll hier ein modernes Einkaufszentrum entstehen. (AZ berichtete). „Ich bin überzeugt, dass der Standort funktioniert“, sagt XXXL-Unternehmenssprecher Helmuth Götz, „für etwas, das dahin passt.“ Der geplante Umbau werde das Viertel aufwerten.

„Wir begrüßen es, dass dort weiterhin Einzelhandel stattfinden soll“, sagt Karla Schilde vom Planungsreferat. Sie bestätigt, dass im Juli ein Konzept für eine Art Einkaufszentrum vorgelegt wurde. Genaue Pläne gäbe es aber noch nicht, noch sei nichts genehmigt. „Es wird sicher ein Einzelhandels- und Verkehrsgutachten geben müssen“, sagt Schilde. Damit soll verhindert werden, dass Geschäfte in der neuen Mall dem Einzelhandel im Westend Konkurrenz machen.

Neun Jahre lang hat es das österreichische Unternehmen an dem innerstädtischen Standort versucht, doch „der Trend im Möbelhandel geht schon seit 20 Jahren zum großen Markt in der Peripherie“, sagt Götz, der auch Mitglied der Geschäftsführung der XXXL-Gruppe ist. „Letztlich können auch wir uns dieser Entwicklung nicht entziehen.“

Etwas über 20000 Quadratmeter hat der Markt an der Theresienhöhe, „eigentlich fängt Möbeleinzelhandel wie wir es sind erst bei 30000 Quadratmetern an“, erklärt Götz. Die Filiale in Aschheim hat gut 40000 Quadratmeter, die in Würzburg sogar 60000. XXXLutz sucht deshalb schon seit über einem Jahr nach einem neuen Standort im Münchner Umland.

Trotz der plausibel klingenden Gründe für die Schließung: Die 160 Mitarbeiter hat die Nachricht kalt erwischt. „In einer Betriebsversammlung Anfang September hieß es noch, dass alles in Ordnung sei und der Betrieb weiter läuft“, sagt Georg Wäsler, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer von Verdi. Am vergangenen Samstag erfuhr die Belegschaft dann, dass sie am Montag nicht mehr zur Arbeit erscheinen muss. Alle wurden freigestellt, immerhin unter Fortzahlung ihrer vollen Bezüge.

Dennoch alarmiert diese Hau-Ruck-Methode die Gewerkschaft. In der Vergangenheit gab es immer wieder Ärger zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmen, „die Filiale an der Theresienhöhe ist eine der wenigen, die überhaupt einen Betriebsrat hat“, sagt Wäsler. „Der Betriebsrat hätte über die Pläne frühzeitig informiert werden müssen, auch die Entscheidungen, die Mitarbeiter freizustellen und für den Räumungsverkauf externe Mitarbeiter herzuholen, hätte laut Gesetz einer Zustimmung des Betriebsrates bedurft“, sagt Wäsler.

Im Vordergrund steht für die Arbeitnehmervertreter jetzt aber, für die Mitarbeiter einen möglichst guten Interessenausgleich und Sozialplan auszuhandeln. Fast alle wurden 2004 von Karstadt übernommen, „manche arbeiten seit 40 Jahren dort.“

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren