Wunderbares Werdenfels

Hier schreiben AZ-Redakteure über Glanz und Elend des Pendler-Lebens. Heute: der neue Takt.
| Anja Timmermann
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So sieht die Schnauze der neuen "Talent"-Züge aus, die seit dem Fahrplanwechsel auf der Strecke München-Garmisch eingesetzt werden.
So sieht die Schnauze der neuen "Talent"-Züge aus, die seit dem Fahrplanwechsel auf der Strecke München-Garmisch eingesetzt werden.

Hurra: Seit zwei Werktagen gilt auf der Werdenfels-Strecke (München Richtung Garmisch) ein völlig neuer Takt mit wirklich vielen neuen Zügen, neuen Abfahrtszeiten wie auch neuen Modellen. Allerdings haben sich noch nicht alle Neuzugänge richtig eingewöhnt. Am Montag will ich den neuen 8.12-Uhr-ab-Weilheim-Zug testen. Der schicke zusätzliche Sprinter, der sogar vier Minuten weniger bis zum Hauptbahnhof braucht, weil er in Tutzing nicht mehr hält. Das tut er tatsächlich nicht, dafür hält er kurz vor Tutzing - auf freier Strecke, für ungefähr vier Minuten. Originell.

 Am Dienstag will ich dann den neuen 8.25 Uhr-Zug ausprobieren. Es wird dann doch wieder der 8.12 Uhr-Zug, weil der sowieso erst um 8.25 Uhr eintrifft. Aber das Radio hatte schon vorgewarnt, es seien auf der Werdenfels-Strecke "am Morgen einige Züge kaputtgegangen", mit Verspätungen sei zu rechnen.

Ach: Die neuen "Talent"-Züge schwächeln schon am zweiten Tag?

Dann die Durchsage: Eigentlich würden wir ja jetzt nicht mehr in Tutzing halten. Aber diesmal ausnahmsweise doch noch: Wir müssten die Fahrgäste abholen, die der Zug vor uns, der leider liegengeblieben sei, dort ausgesetzt hat. Okay, "ausgesetzt" war jetzt meine eigene Formulierung. Einige hundert frierende Menschen steigen zu. Dafür wird es jetzt innen schön kuschlig. Ein junger Mann beschwert sich bei der Schaffnerin, er habe extra das Ticket für den Zug gekauft, der nicht in Tutzing hält, und dann habe der doch in Tutzing gehalten und er will jetzt Entschädigung von der Bahn, für den Halt in Tutzing. 

Lesen Sie hier den Beitrag: Lauter Speisewagen - Essen a la Carte
 

Kurz vor Hauptbahnhof dann die letzte Durchsage. Die schrecklich heisere Schaffnerin entschuldigt sich krächzend: "Für meine Stimme und für die Probleme, die wir noch haben. Ich hoffe, dass wir uns bessern. Eigentlich wünsche ich uns allen eine gute Besserung."

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