Willy Michl spielt für streikende Erzieherinnen

Bei einer Demo auf dem Marienplatz setzt sich der Musiker Willy Michl (66) dafür ein, dass Angestellte in Kitas mehr verdienen sollen.
| Verena Kemmer
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Der Musiker mit Streikleiterin Caroline Bürger (l.) und Kornelia Wagner (GEW).
V. Kemmer 2 Der Musiker mit Streikleiterin Caroline Bürger (l.) und Kornelia Wagner (GEW).
Symbolisch: eine Figur von Sozialreferent Thomas Böhle.
V. Kemmer 2 Symbolisch: eine Figur von Sozialreferent Thomas Böhle.

Bei einer Demo auf dem Marienplatz setzt sich der Musiker Willy Michl (66) dafür ein, dass Angestellte in Kitas mehr verdienen sollen.

Altstadt - „Wias Isarflimmern mitten im Paradies“, schallt es über den Marienplatz. Geschätzt rund 1000 Kitastreik-Demonstranten stehen vor dem Rathaus und protestieren lautstark gegen ganz und gar nicht paradiesische Zustände in den Sozialberufen. Verdi hatte zum Protest gerufen.

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Kurz nach dem Rathaus-Glockenspiel um 12 Uhr steigt Bluesrocker Willy Michl (66) auf die Bühne. Bestens gelaunt spielt er seine zwei Songs „Der Seher“ und „Isarflimmern“. Die Texte hat er spontan etwas umgedichtet und fordert mehr Wertschätzung für Erzieher. Die Menge klatscht und singt mit. „Wir haben einfach spontan auf seinen Anrufbeantworter gesprochen, und er war sofort dabei“, sagt Verdi-Streikleiterin und Erzieherin Caroline Bürger (48). „Er strahlt so eine Herzenswärme aus.“

Willy Michl steht hinter den Streikenden: „Ich habe mich schon länger mit dem Thema befasst. Erzieher sind im Vergleich zu anderen Berufen viel zu schlecht bezahlt. Das ist sozial enorm ungerecht. Ich bin ein Mann aus dem Volk, und da streike ich gerne mit.“

Vom SPD-Personalreferenten und Präsidenten der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle (61), erwartet Verdi ein vernünftiges Angebot zur Aufwertung von Sozialberufen. Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner: „Herr Böhle hat die Demo vor dem Fenster, weil sein Büro im linken Rathausturm liegt. Ob er heruntergeschaut hat, wissen wir allerdings nicht.“

Auch Michl mahnt die Arbeitgeberverbände zu mehr Zusammenarbeit: „Ich möchte niemanden angreifen, das ist mir wichtig. Aber soziale Arbeit muss mehr geschätzt werden und muss sich wieder mehr lohnen. Es wäre schön, wenn sich Herr Böhle mehr zu den Erziehern bekennt.“

Der Kita-Streik dauert inzwischen schon gut drei Wochen. Zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgebern ist immer noch keine Einigung in Sicht. Heute soll neu verhandelt werden. Anfangs hatten viele Eltern Verständnis für den Streik, nach und nach schwindet die Solidarität mit den Streikenden (siehe Text unten). Am Mittwochnachmittag fand noch eine Demo statt, bei der es um die Anliegen der Eltern ging.

Verdi-Streikleiterin Bürger freut sich über den spontanen Auftritt von Michl: „Mit seinen Liedern bewegt er mit wenigen Worten viel mehr als andere mit langen Reden.“

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