Wichtige Erinnerung

Das Erinnerungsprojekt „Hier wohnte…“ geht weiter. Der Neuhauser Künstler Wolfram P. Kastner erinnert mit Stadtteilrundgängen, Zeitzeugen und einer Ausstellung an jüdische Münchner.
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Die weissen Koffer erinnern an jüdische Männer, Frauen und Kinder, die verfolgt, depotiert und ermordet wurden.
ho Die weissen Koffer erinnern an jüdische Männer, Frauen und Kinder, die verfolgt, depotiert und ermordet wurden.

Neuhausen - „Geschichte ist nicht vorbei“ sagt Wolfram P. Kastner, dessen Kunstinstallation aus weißen Koffern und Gedenktafeln mit Porträts und Biografien vor fünf Wohnhäusern im Münchner Stadtteil Neuhausen an jüdische Frauen, Männer und Kinder erinnert.

Sie lebten hier, wurden verfolgt, 1941 deportiert und später ermordet. „Das Erinnern ist eine Aufgabe der Gesellschaft und nicht nur der betroffenen Familien“, fordert der Künstler, der sich nicht den Vorwurf machen lassen möchte, die schrecklichen Ereignisse jemals verdrängt zu haben.

Mehr Neuigkeiten aus Neuhausen lesen Sie hier.

Am 13. und 27. Oktober führen Wolfram P. Kastner und Ingrid Reuther bei Stadtrundgängen jeweils von 11 bis 12:30 Uhr zu den fünf Häusern in Neuhausen, an denen weiße Koffer und Bildtafeln an die früheren Nachbarn erinnern. Sie berichten über die Verfolgung jüdischer Bürger und schildern ihre Biografien bis zur Deportation. Beide Führungen werden gemeinsam mit der Volkshochschule Neuhausen angeboten. Interessierte melden sich bitte bei Frau Wetzel unter 089 / 82000512 an.

Eine Ausstellung mit weißen Koffern, Porträts und Lebensgeschichten ehemaliger jüdischer Schülerinnen und Schüler wird am 16. Oktober um 10 Uhr in der Turnhalle der Neuhauser Winthirschule am Winthirplatz 6 eröffnet. Walter Joelsen, der als „Halbjude“ seine Neuhauser Schule verlassen musste und drei Arbeitslager überlebte, wird dabei authentisches Zeugnis seiner Erlebnisse geben. Rektor Thomas Häns wünscht sich viele Gäste, die miterleben wollen, wie die Jugend von heute auf die Schilderungen des Zeitzeugen reagiert.

Ernst Grube überlebte als Kind das Konzentrationslager Theresienstadt. Am 18. Oktober schildert er seine Lebensgeschichte und diskutiert mit Schülern und Besuchern. Beginn ist um 18 Uhr. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Schule zu besichtigen. Die Schule lädt Schülerinnen und Schüler, Eltern und die Presse sind herzlich ein. Der Bezirksausschuss des Stadtbezirks Neuhausen-Nymphenburg, das Kulturreferat der Stadt München, die Münchner Volkshochschule, die Stadtbibliothek München und die Winthirschule unterstützen die Aktion. Die Stiftung Journalistenakademie Dr. Hooffacker hat das Erinnerungsprojekt im Webauftritt www.weissekoffer.de mit Interviews, Audiorundgängen und einem Videofilm dokumentiert.

Termine kompakt:

  • 13. Oktober 2013, 11-12.30 Uhr, Stadtteilrundgang, Anmeldung unter 82 000 512 erwünscht
  • 16. Oktober 2013, 10 Uhr, Eröffnung von „Schicksal (un)bekannt“ an der Winthirschule, mit Walter Joelsen
  • 18. Oktober 2013, 18 Uhr, Shoa-Überlebender Ernst Grube spricht auf der Ausstellung an der Winthirschule
  • 27. Oktober 2013, 11-12.30 Uhr, Stadtteilrundgang, Anmeldung unter 82 000 512 erwünscht

 

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