Wenden in Perlach: Protest gegen Bahn-Pläne!

Argwohn in Perlach: Am S-Bahnhof sollen Züge der BOB wenden. Die Anwohner fürchten Lärm.
| John Schneider
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Wenden BOB-Züge bald auch in Perlach?
dpa Wenden BOB-Züge bald auch in Perlach?

Neuer Argwohn in Perlach: Am S-Bahnhof sollen Züge der BOB wenden. Die Anwohner fürchten Lärm.

Perlach Sollen Züge der BOB in Perlach wenden, werden die Gleise entlang der Ständlerstraße quai zum Rangierbahnhof? Schon einmal hatten Anwohner gegen die Pläne der BOB protestiert.

Jetzt kritisieren die CSU-Politker Markus Blume (Landtag) und Thomas Kauer (BA) Überlegungen, BOB-Wendefahrten in Perlalch einzuplanen.  

2012 wurden die Pläne für eine Eisenbahnbetriebswerkstatt auf dem Gelände der Stadtwerke zwischen Ständlerstraße und Lauensteinstraße bekannt. Die BOB will dort eine Werkstatt errichten, um die Züge zu warten, die seit Dezember 2013 zwischen München und Rosenheim beziehungsweise Kufstein verkehren. Doch das Planfeststellungsverfahren ist bis heute nicht abgeschlossen.

Anwohnern liefen Sturm, fürchteten Löärm und Dreck. Im Oktober 2012 wurde ein Nachbarschaftsvertrag mit der BOB abgeschlossen. Das Bahn-Unternehmen arrangierte eine Besichtigung einer anderen BOB-Werkstatt. Die Lage schien ruhig. Bis jetzt.

In einem Schreiben der Stadtwerke München an den <strong>Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA 16) </strong> habe mitgeteilt, dass das Ausfahren aus der Werkstatt günstiger mit einer Wendefahrt über den S-Bahnhof Perlach durchgeführt werden sollte. Günstiger als mit einer Direktwende unmittelbar südlich der Anschlussweiche auf Höhe der Lauensteinstraße, berichtet Blume.

Für Blume ist das nicht hinnehmbar: „Man weiß nicht erst seit gestern, dass auf diesem Abschnitt zwei S-Bahnlinien fahren, die ohnehin schon nicht zu den pünktlichsten gehören. Der BA 16 hat von Anfang an betont, dass die Betriebsstabilität der S-Bahn nicht zusätzlich gefährdet werden dürfe.“ Zwar will die DB Netz AG dem Schreiben zufolge nun nochmals simulieren, ob eine Direktwende mit zwei Triebfahrzeugführern möglich sei, doch Blume fürchtet Personalmangel. „Wir wissen, dass Lokführer vielerorts händeringend gesucht werden. Eine Fahrt über Perlach könnte da für den Bahnbetreiber wirtschaftlicher sein“.

Schützenhilfe bekommt er von Thomas Kauer: „Wenn die Pläne für eine Wendefahrt über Perlach umgesetzt werden, beschleunigen genau dort künftig die BOB-Züge. Unter dem Strich also mehr Lärm für die Anwohner.“ 

Die Bahn erklärt zu den Befürchtungen, dass man in Sachen Perlacher Wende "noch prüfe". Mehr könne augenblicklich nicht dazu gesagt werden.

„Das tröpfchenweise Bekanntwerden neuer Probleme schafft Misstrauen. Es ist an der Zeit, dass alle Fakten auf den Tisch kommen. Hinter der Genehmigungsfähigkeit des Projekts steht für mich aktuell ein Fragezeichen“, sagt Markus Blume.

 

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