Weiter Widerstand gegen Seebauer-Pläne

Warum es weiter Krach um die Ideen des Gartencenters gibt - und wie ein Kompromiss aussehen könnte.
| Gaby Mühlthaler
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Um diesen Bolzplatz an der Adam-Berg-Straße in Ramersdorf geht es unter anderem.
Um diesen Bolzplatz an der Adam-Berg-Straße in Ramersdorf geht es unter anderem. © Bernd Wackerbauer

Ramersdorf - Bernhard Gerstenkorn, der Chef des Gartencenters Seebauer, möchte den Betrieb an der Ottobrunner Straße erweitern. Zum einen soll der Familienbetrieb, der seit 1888 in Ramersdorf ansässig ist, damit wettbewerbsfähig gegenüber Baumarkt- und Gartencenter-Ketten bleiben.

München ist für viele Gärtner zu teuer geworden

Zum anderen brauchen Gerstenkorns Mitarbeiter günstige Wohnungen. Die bietet das Unternehmen seit den 60er Jahren, inzwischen 40 Wohnungen. Weitere 40 Einheiten will Gerstenkorn in den oberen Etagen des Erweiterungsbaus unterbringen, denn viele Gärtner und Floristen, oft mit Familie, können sich keine Wohnung im Großraum München mehr leisten. Geplant sind auch Kita, Krippe und Hort, ein Café, Wohngruppen für Studenten und Menschen mit Behinderung. Die sollen, wenn möglich, beruflich im Center integriert werden. Schon jetzt schieben sie Einkaufswagen in die Schlange und rufen Besuchern ein freundliches "Guten Morgen" zu.

Protest gegen Verlust von Grünflächen

Widerstand kommt aus der Nachbarschaft - vor allem von Anwohnern der Adam-Berg-Straße, die eine Bürgerinitiative gegründet haben. Zuerst protestierten sie gegen die Bebauung eines "geduldeten", kaum genutzten Bolzplatzes, den Gerstenkorn gegen ein anderes Grundstück tauschen wollte, dann prangerten sie den Verlust von Grünflächen und Bäumen an. Umweltaktivisten kippten eine Ladung alte Christbäume vor den Center-Eingang, mehrere Tage stand der Parkplatz unter Polizeischutz. Baumarbeiten hat Gerstenkorn erst mal verschoben, denn "wir wollen nicht, dass die armen Baumfäller angepöbelt und gefilmt werden" - wie geschehen.

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Viele Stadträte stehen den neuen Plänen positiv gegenüber

Der Architekten-Vorschlag der Bürgerinitiative (BI) für die Erweiterung passt laut Gerstenkorn nicht. Er hat nun eine neue Bauvoranfrage, in der die Wünsche der BI eingeflossen sind, gestellt. Für die Nachbarschaft gäbe es viele Vorteile. Knapp 1.000 Quadratmeter weniger Verkaufsfläche als im BI-Plan, weniger versiegelte Fläche und kein Lkw-Anlieferverkehr mehr an der Adam-Berg-Straße. Die künftige Ladezone für Schwerlaster ist im Erdgeschoss des neuen Parkhauses untergebracht, die 102-jährige Linde, die laut BI-Vorschlag weichen müsste, bleibt stehen. Gefällt werden für die Erweiterung vorwiegend Baumschul-Bäume, es sollen mehr und größere gepflanzt werden. Geplant ist jetzt ein Grundstückstausch Stadt/Seebauer direkt neben dem Center. Laut Gerstenkorn gibt es von vielen Stadträten positives Feedback zu den Plänen.

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