Versuch's noch einmal, X-Cess!

Im X-Cess fällt vorerst der Vorhang. Die Münchner Feierhölle in der Sonnenstraße wird umgebaut und bekommt eine neues Konzept.
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Das X-Cess ist im Mai 2011 in die Sonnenstraße umgezogen. Jetzt bekommt es eine Schönheitskur.
Gregor Feindt Das X-Cess ist im Mai 2011 in die Sonnenstraße umgezogen. Jetzt bekommt es eine Schönheitskur.

Altstadt - Das X-Cess macht zu. Und baut um. Schon wieder. Bevor Stammgäste aber Verlustängste bekommen, keine Sorge: Der Klub öffnet bereits am 10. April wieder seine Tür – allerdings mit neuem Konzept.

Wer glaubt, dass es in München nur Schickimicki-Läden à la P1 oder Heart gibt, der unterschätzt das Nachtleben der Stadt gewaltig. München kann nämlich auch dreckig und unkonventionell – zumindest war das einmal so. Atomic Café, Schwabinger 7 und eben das X-Cess waren Boazn, über legendäre Feiernächte sogar im Rest der Republik aufgeregt getuscheltt wurde. Die Schwasi wurde abgerissen, das Atomic spielte Ende des vergangenen Jahres zum letzten Indie-Tanz auf und auch im X-Cess wird sich nach der Neueröffnung alles ein bisschen anders sein.

„Die X-Cess-Bar wird zum kleinsten, besten Club in München und schlägt musikalisch eine Kerbe in die Sonnenstraße“, schreibt Betreiber Isi Yilmaz auf dem Plakat zum Neustart. Vom anarchischen Programm, wie der Laden bis 2010 in der Jahnstraße geführt wurde, will man jetzt abrücken. Das heißt: Keine Gäste mehr als DJs, weg mit der Brust-Tapete an der Wand, Schluss mit dem Verhau.

Grund dafür ist, dass die alte Kultbar nach dem Umzug auf die Feierbanane einfach nicht recht ankam. Drei Jahre lang hatte es das Team in der Sonnenstraße versucht, den alten Charme aus dem Glockenbachviertel herüberzuretten. Gelegenheitsgäste konnten der Ordnungslosigkeit nichts abgewinnen, Stammgäste vergrätzte der Standort an der Partymeile. Am Wochenende musste Yilmaz einen Türsteher einstellen und nahm irgendwann auch Eintritt.

Das soll weiterhin so bleiben. Am Wochenende kostet die Feierei in Zukunft fünf Euro. Dafür wollen die Macher des Klubs ihren Gästen musikalisch etwas bieten. Florian Keller, früher unter anderem DJ im Atomic Café, legt ebenso wie „Feel Good Selection“ und „Munich Open Minded“ ab sofort regelmäßig in der Tanzbar auf. Auch eine Jam-Session unter der Woche ist geplant. Deshalb zieht der Plattenteller vom Rand der Bar ins Zentrum und auch im Rest des Ladens wird es aufgeräumter.

Für alle Fans der Münchner Subkultur bleibt zu hoffen, dass das wiederauferstandene X-Cess dann wieder das Spinnennetz wird, für das es berühmt berüchtigt geworden ist.

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