Unnützwiese: Mitwirkung unerwünscht

Anwohner sollen in die Bebauung der Unnützwiese einbezogen werden – doch die wollen nicht.
| Von Gabriele Mühlthaler
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Die Unnützwiese bietet im Sommer Platz zum Fußballspielen und Erholen. Auf einem Teil davon werden Wohnhäuser entstehen (siehe kleines Bild). Anwohner sperren sich dagegen.
Daniel von Loeper 2 Die Unnützwiese bietet im Sommer Platz zum Fußballspielen und Erholen. Auf einem Teil davon werden Wohnhäuser entstehen (siehe kleines Bild). Anwohner sperren sich dagegen.
Die Wiese soll im Ostteil mit vier Häusern bebaut werden.
Grassinger Emrich Architekten 2 Die Wiese soll im Ostteil mit vier Häusern bebaut werden.

So kommt man nicht zusammen: 48 Wohnungen will die städtische Wohnbaugesellschaft Gewofag auf der Unnützwiese errichten. Beim Infoabend am Dienstag waren Ideen und Wünsche der Nachbarn für das Bauvorhaben gefragt. Die rund 100 Anwesenden aber wollten nicht mitreden – sondern nur darüber diskutieren, warum die Wiese überhaupt bebaut wird.

10 750 Quadratmeter ist die Unnützwiese groß, 2350 Quadratmeter davon braucht die Gewofag für ihr Wohnbauprojekt inklusive Freiflächen. Vier zweistöckige Häuser plus Dachgeschoss und Tiefgarage sind geplant für Menschen mit kleinem Geldbeutel – als Teil des Stadtprojekts „Wohnen für alle“. Einziehen werden zu 51 Prozent anerkannte Flüchtlinge und 49 Prozent förderfähige Haushalte.

Den Bolzplatz will die Gewofag nicht bebauen

Gebaut wird nur entlang der verkehrsreichen Bajuwarenstraße. Bolzplatz, Spielplatz und Baumbestand bleiben bestehen. Vehement hatten die Nachbarn, die sich in der Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Unnützwiese“ organisiert haben, eine Präsentation der Pläne gefordert.

Den Wunsch wollte die Gewofag erfüllen und legte nun Planungen vor, die noch nicht festgezurrt sind. In Arbeitskreisen sollten Lösungen für Dachformen, Freiflächen, Lärmschutz mit den Bürgern erarbeitet werden.

Die aber protestierten und wollten ihre Fragen in einer Frontalveranstaltung loswerden. Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler dazu: „Ich will demokratisch abstimmen lassen.“ Nur sechs Leute plädierten dann für die Gruppenarbeit.

Nicht über das „Wie“ der Bebauung wollten die Leute reden, sondern über das „Ob“. Entsprechend der Fragenkatalog, der längst x-mal öffentlich abgehandelt worden ist. Freundlich gaben Vertreter von Gewofag und Verwaltung Auskunft.

Die Kritik, dass überhaupt auf der Wiese gebaut wird, traf allerdings die Falschen: Verwaltung und Wohnbaugesellschaft setzen lediglich einen Beschluss des Stadtrats um und entscheiden nicht.

Als Dengler dann die allgemeine Fragerunde nach rund 90 Minuten beendete und empfahl, doch in den vorbereiteten AGs weiterzureden, gingen gut zwei Drittel der Anwesenden. Im Foyer des Truderinger Kulturzentrums, wo der Info-Abend stattfand, feierte sie sich selbst.

„Die Gewofag hat sich dem Bürgerwillen gebeugt“, hieß es im Foyer. Für Klaus-Michael Dengler, der mehrere Veranstaltungen des gleichen Formats hinter sich hat, eine neue Erfahrung: „Der Wunsch, bei der Planung mitzureden, war nicht wirklich da. Es ging nur darum, ob gebaut wird.“

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