"Unhaltbare Zustände!"
CSU-Politiker Otmar Bernhard ärgert sich über die Situation im Pasinger Zentrum. Er fordert Entschädigungen. Anwohner kritisieren die "ausgedehnten Pausen" der Arbeiter.
Pasing - "Nach jetzt fünf Jahren Baustelle im Pasinger Zentrum und damit einhergehenden Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent stehen einige Einzelhändler knapp vor dem Konkurs", schimpft der CSU-Landtagsabgeordnete für den Münchner Westen, Otmar Bernhard,
Mit örtlichen Mandatsträgern - darunter Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Uhl, Bezirksrätin Barbara Kuhn und die beiden Bezirksausschussmitglieder Maria Osterhuber-Völkl und Sven Wackermann - hat er vor kurzem ein „Pasinger Einzelhandelsgespräch“ organisiert. Das Lokal war überfüllt.
"Nicht nur Einzelhändler, sondern auch Ärzte und deren Patienten leiden unter der jahrelangen Bautätigkeit", so Bernhard. Sie fänden keinerlei Parkmöglichkeiten vor den Praxen und die Bäckerstraße könne zum Beuispiel überhaupt nicht befahren werden. Es fehle auch an Übergängen, einer auf 200 Meter sei viel zu wenig.
"Zu Beginn der Arbeiten wurde alle 50 Meter ein Steg versprochen", sagt Bernhard. Neben der Verkehrssituation leiden die Anwohner auch unter Lärm, Staub und Schmutz.
"Die inzwischen eröffneten Pasinger Arcaden schwächen den eingesessenen Pasinger Einzelhandel zusätzlich durch den jetzt verschärften Wettbewerb", glaubt der Landtagsabgeordnete.
Bernhard hat sich wegen der aus seiner Sicht "unhaltbaren Zustände für den Pasinger Einzelhandel" jetzt mit einem Brief an den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude gewandt.
Er berichtet darin, dass die Ärzte, Händler und Wirte auch massiv darüber Klage führen, dass die Bauarbeiten langsam und von viel zu kleinen Trupps, die noch dazu ausgedehnte Pausen machen, ausgeführt werden. „Das Projekt ist der Stadt auf der Zeitschiene völlig aus dem Ruder gelaufen, mit gravierenden Folgen für die Betroffenen“, kritisiert Otmar Bernhard.
Der CSU-Politiker bittet Ude, prüfen zu lassen, „wie den Betroffenen unter dem Gesichtspunkt des enteignungsgleichen Eingriffs eine Entschädigung gezahlt werden kann, die den Geschäftsleuten das wirtschaftliche Weiterleben ermöglicht.“
Bernhard fordert den Oberbürgermeister abschließend auf, im Pasinger Zentrum jetzt persönlich einzugreifen: „Ich bitte Sie, sich um diese dramatische Situation selbst zu kümmern, weil die Betroffenen bisher hingehalten, besänftigt und abgewimmelt wurden. Absolute Priorität muss jetzt wenigstens haben, dass mit zusätzlichen Ressourcen die Baustelle im Expresstempo abgeschlossen wird.“
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