Unbekannte attackieren Bundeswehrstandort mit Farbe und Chemikalie

Unbekannte Täter haben die Bundeswehreinrichtung in der Dachauer Straße beschädigt. Sie warfen Farbbeutel gegen die Fassade des Gebäudes und schleuderten durch ein Fenster eine Plastikflasche mit einer übel riechenden Chemikalie.
von  Ralph Hub
Nach der Attacke auf eine Einrichtung der Bundeswehr ermittelt nun der Staatsschutz. Die Täter werden im linken Spektrum vermutet. (Symbolbild)
Nach der Attacke auf eine Einrichtung der Bundeswehr ermittelt nun der Staatsschutz. Die Täter werden im linken Spektrum vermutet. (Symbolbild) © Moritz Frankenberg

Ein lautes Klirren riss einen Anwohner in der Dachauer Straße in Neuhausen-Nymphenburg in der Nacht auf Montag (24. August) gegen 2.15 Uhr aus dem Schlaf. Es klang, als hätte jemand eine Fensterscheibe eingeschlagen. Der Zeuge sah aus dem Fenster seiner Wohnung und entdeckte in der Dunkelheit sieben bislang unbekannte Personen, die vom Tatort flüchteten.

Zeuge sieht die Täter flüchten

Die Gruppe rannte vom Karrierecenter der Bundeswehr weg in Richtung Olympiapark. Daraufhin verständigte der Anwohner den Polizeinotruf.

Eine Fahndung nach den flüchtigen Tätern lief an. Die eingesetzten Polizeibeamten stellten am Gebäude eine eingeschlagene Fensterscheibe im Bereich des Hintereingangs sowie mehrere Farbverunreinigungen an der Fassade fest. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatten die unbekannten Täter
mehrere Farbbeutel gegen das Gebäude geworfen.

Beißender Gestank im Karrierecenter

Zudem wurde nach Angaben eines Polizeisprechers durch die eingeschlagene Fensterscheibe eine Plastikflasche mit einer bislang unbekannten Flüssigkeit in das Gebäude geworfen.

Die Chemikalie verströmte einen beißenden  Geruch, der sich im gesamten Erdgeschoss des Gebäudes ausbreitete. Die Substanz wird derzeit im Kriminallabor untersucht. Es könnte sich um Buttersäure oder eine ähnliche Chemikalie handeln.

Täter werden in der linken Szene vermutet

Hinweise, dass die Täter in das Gebäude gelangten, ergaben sich bisher nicht. Der entstandene Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Unmittelbar eingeleitete Fahndungsmaßnahmen brachten bislang keine weiteren Erkenntnisse zu den Tätern. Die weiteren Ermittlungen in dem Fall führt das Kommissariat 43 der Münchner Polizei, K 43 ist für Straftaten aus der linken Szene zuständig.

Das Karrierecenter der Bundeswehr München ist eine Anlaufstelle für Menschen, die sich für eine militärische oder zivile Karriere bei der Bundeswehr interessieren. Die Bundeswehr hat gut ein Dutzend Karrierecenter im ganzen Bundesgebiet. Neben der Ausbildungsberatung werden dort auch Einstellungstests durchgeführt und die Zentren sind zuständig für die Betreuung von Reservisten.


Zeugenaufruf der Polizei: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Dachauer Straße, Hedwig-Dransfeld-Allee und Heideckstraße (Neuhausen) etwas wahrgenommen, das im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnte? Sachdienliche Hinweise gehen bitte an das Polizeipräsidium München (Kommissariat 43, Telefon 089/2910-0) oder an jede andere Polizeidienststelle.

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