Über die Gleise ins Westend

420 Meter gilt es zu überwinden, wer von Neuhausen ins Westend will. Weder Hacker- noch Donnersbergerbrücke sind dafür attraktiv. Deshalb kommt 2017 eine Radl- und Fußgängerbrücke.
| Linda Jessen
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Geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahngleise zwischen Hacker- und Donnersberger Brücke
Lang Hugger Rampp GmbH Architekten Geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahngleise zwischen Hacker- und Donnersberger Brücke

Neuhausen - Die Anwohner an der Donnersbergerbrücke waren schon fast am Aufatmen, kündigte sich doch das Ende der Baustelle am S-Bahnhof an. In absehbarer Zeit kommt allerdings das nächste Projekt daher – veranschlagte Bauzeit: zwei Jahre. Abgesehen vom Baustellenlärm dürfen sich die Bürger von Neuhausen und der Schwanthalerhöhe aber freuen. Zwischen ihren Stadtteilen wird eine weitere Brücke geschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes, völlig autofrei und nachts mit Beleuchtung.

420 Meter lang wird die Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die parallel zur Donnersbergerbrücke gebaut wird. 37 Gleise wird sie überspannen. Außerdem soll die Brücke mit dem BOB- und S-Bahnsteig verbunden werden. Einziger Haken: Der Bahnsteig ist von der neuen Brücke aus nicht barrierefrei erreichbar. Dieser Makel war bereits im Mai kritisiert worden, blieb aber bestehen. Das Baureferat begründet das damit, dass ein barrierefreier Zugang aus Platzgründen nicht machbar sei. Immerhin wird es an beiden Enden der Brücke einen Aufzug geben.

Ganz einfach ist das Projekt nicht zu bewerkstelligen: Während der gesamten Bauzeit soll der Bahnverkehr darunter ungehindert weiterlaufen können. Wenn Gleise gesperrt werden müssen, wird das wohl nicht ohne Gegenwind der Bahn ablaufen.

Einige Sperrzeiten hat die Stadt bei der Bahn schon vergangenes Jahr angemeldet. Diese sind nötig, damit beispielsweise Brückenpfeiler betoniert oder Oberleitungen umgehängt werden können, ohne dass die Arbeiter gefährdet werden. Die Folgen für den Bahnverkehr sind noch unklar, die erfahrenen Stammstreckenfahrer bekommen allerdings wohl finstere Vorahnungen.

Gesichert ist dagegen, dass das Projekt teuer wird. 17,7 Millionen Euro hat das Baureferat für das Projekt veranschlagt. Allein für die Sperrungen und Eingriffe in den Bahnbetrieb rechnen die Verantwortlichen mit drei Millionen Euro. Wenn die Sperrpausen geändert werden, können die Kosten noch deutlich höher ausfallen. Belastbare Aussagen kann das Baureferat daher nicht treffen.

Noch geht es nicht los mit den Bauarbeiten. Erst im Januar 2016 rücken die Arbeiter an. Wenn alles nach Plan läuft, ist die Brücke Ende 2017 fertig.

Rund sechs Meter breit wird die Brücke. Die „SSF Ingenieure“ und „Lang Hugger Rampp Architekten“ haben eine Stahlkonstruktion entworfen. Damit die Fußgänger nicht von einer plötzlichen Windboe von der Brücke geweht werden können, bekommt diese an beiden Seiten Glaswände.

Mit der Brücke zwischen Arnulfpark und Philipp-Loewenfeld-Straße entsteht endlich eine attraktive Verbindung für Fußgänger und Radfahrer. Ein Ausbau der Wege auf der Donnersberger- oder Hackerbrücke wurde bereits abgelehnt. Das Verkehrsaufkommen von Kfz sei hier zu hoch, um die Fahrspuren zu reduzieren. Stattdessen entsteht also die neue Brücke, mitsamt Aussicht auf den Zugbetrieb.

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