Tierquälerei: H&M verkauft noch Angora-Pullis

Nach einem Schockvideo, das die Qual von Angora-Kaninchen zeigt, wollte H&M keine Angora-Kleidung mehr ordern. In einer Münchner Filiale kann man sie trotzdem noch kaufen.
| Jasmin Menrad
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...die Kaninchen brutal geschoren und verletzt werden. Die Tiere...
Peta 8 ...die Kaninchen brutal geschoren und verletzt werden. Die Tiere...
...schreien vor Schmerzen und...
Peta 8 ...schreien vor Schmerzen und...
...sitzen danach völlig verstört in ihrem Käfig. Manche Tiere werden...
Peta 8 ...sitzen danach völlig verstört in ihrem Käfig. Manche Tiere werden...
...auf eine Art Streckbank gespannt. Manche hängen...
Peta 8 ...auf eine Art Streckbank gespannt. Manche hängen...
...von der Decke. Andere wiederum...
Peta 8 ...von der Decke. Andere wiederum...
...werden auf Tischen fixiert.
Peta 8 ...werden auf Tischen fixiert.
Ein Kaninchen nach der Behandlung. Nach drei Monaten ist es wieder soweit.
Peta 8 Ein Kaninchen nach der Behandlung. Nach drei Monaten ist es wieder soweit.
Das verbliebene Fell ist rot - vom Blut.
Peta 8 Das verbliebene Fell ist rot - vom Blut.

Perlach - Die Schreie der Angora-Kanichen hat eine AZ-Leserin aus Perlach immer noch im Ohr. Für Pullis, Schals und Mützen werden die weißen Kuscheltiere in China brutal festgehalten und ohne Betäubung geschoren oder gerupft. Nach dieser grausamen Behandlung verfallen die Tiere in eine Schockstarre. Die Kaninchen, die in dunklen Einzelkäfigen leben, müssen die Prozedur alle drei Monate über sich ergehen lassen.

Auf einem Video, das die Tierschutzorganisation Peta im November 2013 veröffentlicht hat, sieht man, wie brutal Angorakaninchen für die Gewinnung der Wolle behandelt werden.

"Wie auf einer Streckbank werden sie fixiert, indem ihre Vorder- und Hinterbeine an den Enden eines Holzbrettes gefesselt werden", kommentiert Peta die Szenen. "Sie winden sich, um den scharfen Scheren oder Schurmaschinen zu entfliehen."

Große Modeketten wie H&M reagierten und verbannten Angora aus ihren Läden. Umso geschockter war eine AZ-Leserin heute in der Früh, als sie bei dem großen H&M im PEP Einkaufszentrum einen rosaroten Pulli entdeckte, der zu 20 Prozent aus Angora ist: 19,90 Euro soll die Tierqual-Mode kosten. „Made in China“ steht in der Waschanleitung.

Ob die Angora-Wolle auch aus China kommt, wo die erschütternden Peta-Filmaufnahmen gemacht wurden, wird daraus allerdings nicht ersichtlich. Allerdings kommt laut Peta 90 Prozent der Angora-Wolle aus China.

Auf AZ-Anfrage erklärt die H&M-Zentrale in Schweden, dass keine Angora-Produkte mehr produziert werden. Allerdings werden bereits gefertigte Kleidungsstücke noch in den Filialen verkauft. Wer nicht die Qual von Kaninchen am Leib tragen möchte, sollte also einen Blick auf das Etikett werfen.

Der deutsche Textilhändlerverband will seine Mitglieder über das Thema informieren. "Allerdings ist es für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren", sagt der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Axel Augustin. Die meisten Händler haben Augustin zufolge kaum einen Überblick darüber, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten.

Es gebe in Deutschland nur wenige Modehändler, die selbst produzierten oder Kleiderproduktionen in Auftrag gäben, so Augustin. Deswegen seien die Bestandteile eines Kleidungsstücks bei den Unternehmen nicht zentral erfasst. "Sofern ein Pullover nicht gerade als reiner Angora-Pullover beworben wird, ist es schwierig für den Händler." Er könne dann allenfalls die Etiketten aller Teile nach Angora-Angaben durchsehen. Das sei aber eher unrealistisch.

Kunden, die auf Nummer sicher gehen wollen, müssen das wohl vorerst selber übernehmen.

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