Straße erinnert an Schauspielerin

Im neuen Wohnquartier Südseite wird eine Straße nach der Schauspielerin Carola Neher benannt. Sie spielte an den Kammerspielen und starb 1942 im Arbeitslager.
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Im neuen Wohnquartier Südseite wird eine Straße nach der Schauspielerin Carola Neher benannt. Sie spielte an den Kammerspielen und starb 1942 im Arbeitslager.

Sendling - Zu Ehren und zur Erinnerung an die in München geborene Schauspielerin Carola Neher (1900 - 1942) ist in Obersendling im neu entstehenden Wohnquartier „Südseite“ eine Straße nach ihrem Namen benannt worden. Am kommenden Freitag, 15. November, 14 Uhr, wird das Straßenschild offiziell durch Bürgermeisterin Christine Strobl enthüllt.

Ferner wird vom 15. November bis 23. Februar im Deutschen Theatermuseum in der Galeriestraße 4 a eine Ausstellung über die Schauspielerin mit dem Titel „Wir Schauspielerinnen sind erst auf der Bühne in unserem Element – wir stolpern nur im Leben“ gezeigt.

Die Öffnungszeiten sind täglich (außer Montag) von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Sowohl die Ausstellung wie die Straßenbenennung wurden von Memorial Deutschland e.V. angeregt. Auf Einladung von Memorial wird am kommenden Sonntag, 17. November, 11 Uhr, im Literaturhaus der Historiker Reinhard Müller einen Vortrag zum Thema „Carola Neher: Denunziation und Verfolgung im Moskauer Exil“ halten.

Carola Neher war eine der bedeutendsten deutschen Schauspielerinnen in der Weimarer Republik. Sie wurde am 2. November 1900 in München geboren. 1923 wurde sie von Otto Falckenberg an die Münchner Kammerspiele engagiert und erhielt dort Rollen u.a. in Werken von Frank Wedekind. In München kam sie auch in Kontakt mit Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht. 1924 ging sie an das renommierte „Lobe-Theater“ nach Breslau, an dem auch Therese Giehse und Peter Lorre spielten.

Dorthin folgte ihr aus München der Dichter Klabund (Alfred Henschke), den sie 1925 heiratete. Die Uraufführung seines Stücks „Der Kreidekreis“ in Breslau wurde für Carola Neher zu ihrem ersten großen Erfolg. 1926 ging sie nach Berlin, wo sie schnell zu einer der großen Theaterstars der Weimarer Republik avancierte. Eine enge Zusammenarbeit ergab sich mit Bertolt Brecht. 1932 heiratete sie den aus Rumänien stammenden Ingenieur Anatol Bekker.

1933 unterzeichnete sie mit anderen der KPD nahestehenden Künstlern einen Aufruf gegen Hitler. Im Frühjahr 1933 musste sie mit ihrem Mann Deutschland verlassen und emigrierte in die Sowjetunion. In Moskau engagierte sie sich im Kabarett „Kolonne Links“, arbeitete journalistisch, rezitierte und gab Schauspielunterricht. 1934 wurde dort ihr Sohn Georg geboren.

1936 wurde sie mit ihrem Mann im Zuge des stalinistischen „Großen Terrors“ aufgrund einer Denunziation verhaftet. Becker wurde 1937 als „Trotzkist“ hingerichtet, Neher zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Nach fünf Jahren Haft starb sie am 26. Juni 1942 im Lager SolIlezk bei Orenburg an Typhus.

 

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