Stadtspaziergang in "Baumkirchen Mitte": Öko-Brache mit Industrie-Charme

Neulich, bei Schnee, ist der Stadtspaziergänger durch einen neuen Park in "Baumkirchen Mitte" gestromert - auf Stegen!
| Sigi Müller
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Das war mal eine Drehscheibe für Lokomotiven.
Sigi Müller 8 Das war mal eine Drehscheibe für Lokomotiven.
Eine Lok hat diese Wendeanlage schon lange nicht mehr gesehen.
Sigi Müller 8 Eine Lok hat diese Wendeanlage schon lange nicht mehr gesehen.
Oben auf dem Damm düst die feuerrote S-Bahn vorbei.
Sigi Müller 8 Oben auf dem Damm düst die feuerrote S-Bahn vorbei.
Diesen alten Prellbock benötigt offenbar auch niemand mehr.
Sigi Müller 8 Diesen alten Prellbock benötigt offenbar auch niemand mehr.
Ein altes Wärterhäuschen steht irgendwo im Nichts.
Sigi Müller 8 Ein altes Wärterhäuschen steht irgendwo im Nichts.
Biotop! Die Betonschwellen sind ein idealer Unterschlupf für Eidechsen.
Sigi Müller 8 Biotop! Die Betonschwellen sind ein idealer Unterschlupf für Eidechsen.
Ein alter Schaltkasten mit offenen Kabeln. Was da wohl mal genau war?
Sigi Müller 8 Ein alter Schaltkasten mit offenen Kabeln. Was da wohl mal genau war?
Der "Park" in Baumkirchen Mitte: Weil er eine ökologische Vorrangfläche ist, darf er nur auf Stegen betreten werden.
Sigi Müller 8 Der "Park" in Baumkirchen Mitte: Weil er eine ökologische Vorrangfläche ist, darf er nur auf Stegen betreten werden.

Berg am Laim - Der eine oder andere Park in München hat schon eine recht eigentümliche Vorgeschichte. So wurden der Olympiaberg und der Hügel im Luitpoldpark aus Trümmern des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttet. Ältere Münchner nennen die Berge ja bis heute noch: Schuttberg.

Oder die Fröttmaninger Heide, in der heute noch vor Granaten, Munition und Blindgängern gewarnt wird, oder die "Panzerwiese" - ehemals militärisch genutztes Gelände.

Und das Erholungsgebiet rund um den Fröttmaninger Berg, mit dem Windrad auf der Spitze, war eine Mülldeponie. Jahrelang wurden dort, bis lange nach der Schließung, noch die Faulgase abgefackelt.

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Einzigartiger Erholungspark

Der kleine Erholungspark mitten im Neubaugebiet "Baumkirchen Mitte" dürfte jedoch einzigartig in München sein: Eigentlich handelt es sich um eine ökologische Vorrangfläche. Das heißt, dass die Fläche nicht betreten werden darf, da dort geschützte Tiere leben. In diesem Fall die Blauflügelige Ödlandschrecke, auch Zauneidechsen und andere Tiere, die bevorzugt in Gebieten mit solch mageren Böden beheimatet sind.

Früher ein Lehmabbaugebiet - daher der Name "Berg am Laim" - später Bahngelände mit vielen Gleisen und einer Drehscheibe. Das Gelände wurde mit Holzstegen, kleinen Holzplateaus und Sitzbänken dezent überbaut und kann so genutzt werden. Die Fläche selbst darf von Menschen nicht betreten werden.

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Nass, grau, überwuchert

Ich habe den Park neulich bei Schneeregen besucht. Es war nass, grau - und so wirken meine Fotos teilweise wie Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Man geht auf den Stegen und kommt sich ein bisserl vor wie in einem verlassenen Goldgräbergebiet. Alles überwuchert, Gleise, Betonschwellen, kleine Bahnhütten. Hier und da Masten mit offenen Schaltkästen. Auch Prellböcke stehen in der Landschaft.

Die große Drehscheibe für Waggons und Lokomotiven mit dem Steuerhäuschen am Rand, mit einigen Graffiti an den Wänden, rostet vor sich hin. Viele verwitterte Holzbretter, dazwischen Birkenwäldchen, Sträucher und umgestürzte Bäume.

Oben auf dem Damm rumpelt die S-Bahn vorbei, leuchtet rot durch das Grau des Wintertages. Im Frühling oder Sommer werde ich wiederkommen, um mir diese besondere Anlage "begrünt" anzuschauen.

In diesem Sinne eine schöne Woche,

Ihr

Sigi Müller

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