Schnellbremsung von S-Bahn: Fußgänger in München fast von S4 erfasst

In Aubing hätte eine S-Bahn um ein Haar einen Fußgänger erfasst. Der Mann hatte einen Bahnübergang bei geschlossener Schranke überquert. Eine Schnellbremsung verhindert einen Zusammenstoß.
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Die S-Bahn kam rechtzeitig zum Stehen und verfehlte den Mann laut Bundespolizei nur knapp.(Archivbild)
Die S-Bahn kam rechtzeitig zum Stehen und verfehlte den Mann laut Bundespolizei nur knapp.(Archivbild) © IMAGO/Astrid Schmidhuber

Am Dienstag (4. August) hat der Triebfahrzeugführer einer S-Bahn gerade noch eine Schnellbremsung einleiten können und verhinderte so, dass der Zug einen Mann erfasste, der den Bahnübergang trotz geschlossener Schranke passiert hatte.

Fußgänger im Gleis: Triebfahrzeugführer leitet Schnellbremsung ein

Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr: Nach bisherigen Erkenntnissen überquerte ein 33-jähriger Mann gegen 15.20 Uhr den Bahnübergang Germeringer Weg, obwohl die Schranken bereits geschlossen waren.

Der Triebfahrzeugführer einer aus dem Haltepunkt Aubing ausfahrenden S4 erkannte den Fußgänger nach Angaben der Bundespolizei im letzten Moment und leitete umgehend eine Schnellbremsung ein.

S-Bahn stoppt gerade noch rechtzeitig, Fußgänger entfernt sich 

Der Zug kam rechtzeitig zum Stehen und verfehlte den Mann – es handelt sich um einen polnischen Staatsangehörigen ohne festen Wohnsitz in Deutschland – laut Bundespolizei nur knapp.

Der Fußgänger verließ den Ort des Geschehens, und ein 57-jähriger Autofahrer, der mit seinem Auto am Bahnübergang gewartet hatte, verfolgte den Flüchtenden bis zu einem nahegelegenen Einkaufsmarkt. Zeitgleich verständigte er die Landespolizei. 

Triebfahrzeugführer anschließend nicht mehr dienstfähig

Durch die Schnellbremsung sei "nach aktuellem Stand" keiner der Fahrgäste verletzt worden, so die Bundespolizei. Der Triebfahrzeugführer habe den Vorfall der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn und die Fahrt nach Rücksprache zunächst bis zum Haltepunkt Puchheim fortgesetzt.

"Aufgrund der psychischen Belastung infolge des Ereignisses" sei der Triebfahrzeugführer anschließend nicht mehr dienstfähig gewesen und musste durch einen Kollegen abgelöst werden. 


Die Bundespolizei weist darauf hin, dass das Betreten von Bahnübergängen bei geschlossenen Schranken lebensgefährlich ist. Züge haben einen langen Bremsweg und können Hindernissen nicht ausweichen. Bereits wenige Sekunden Unachtsamkeit oder Leichtsinn können schwerste oder tödliche Folgen haben.

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