Schmankerl to go: Aus der Gamsbar in München wird ein Brotzeitladen

Katharina Inselkammer belebt die Gamsbar neu: Mit einem Team aus Menschen mit und ohne Behinderung bietet sie Schmankerl to go an.
| Annette Baronikians
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Die Geschäftspartnerinnen Katharina Inselkammer (l.) und Brigitte Meier.
Die Geschäftspartnerinnen Katharina Inselkammer (l.) und Brigitte Meier. © bar

München - Den Kopf in den Sand stecken? Nein, das ist so gar nicht Katharina Inselkammers Naturell. Die Wiesn-Wirtin vom Armbrustschützenzelt und Gründerin der inklusiven Kunst-Werk-Küche samt Deli im neuen Werksviertel trotzt den widrigen (Corona-)Zeiten - und macht ein neues Gastro-Projekt auf: das Gamsbrot.

Dieses erfüllt eine schmucke Münchner Location mit neuem Leben, die der Zeit geschuldet bereits seit Februar zugesperrt war: die Gamsbar, die das Geschwisterpaar Peter Eduard und Brigitte Meier, ihres Zeichens die Chefs des gleichnamigen berühmten Schuhhauses in der Brienner Straße 10, vor acht Jahren direkt daneben eröffnet hatten.

Das Gamsbrot: Heimservice und gesunde Wochenpakete

"Wir wollen ein positives Signal setzen und beweisen, dass derzeit nicht nur Läden schließen", sagt Katharina Inselkammer, die das Lokal ihrer Kunst-Werk-Küche im jetzigen zweiten Lockdown natürlich auch nicht öffnen darf. Mit Heimservice und gesunden Wochenpaketen versucht man, sich über Wasser zu halten, doch Arbeitsplätze sind in Gefahr - und das ist hier besonders prekär. Schließlich sind elf der insgesamt 28 Festangestellten besondere Menschen: Menschen mit Down-Syndrom, schwerem Autismus oder auch Langzeitdepressionen.

Die Gemeinschaftsidee Gamsbrot kommt nun beiden Unternehmen zugute: dem Schuhhaus Eduard Meier, dessen Bar wiederbelebt ist, und der Kunst-Werk-Küche, die mit ihrem neuen To-go-Angebot in schweren Gastro-Zeiten auf bessere Umsätze hoffen kann. Zunächst ist die wiedereröffnete Bar in der Brienner Straße ein Pop-up-Laden, doch die Beteiligten sind erklärtermaßen "guter Hoffnung", dass es auch nach dem 31. Dezember 2020 weitergeht. "Wir krempeln gemeinsam die Ärmel hoch und packen das jetzt an", sagt Brigitte Meier, und um sie herum wird zustimmend genickt.

Alles tagfrisch zubereitet und hergestellt  

Angeboten wird im Gamsbrot in der Gamsbar vor allem das, was der Name verspricht. Es gibt Brote. Nicht irgendwelche, sondern (für je 2,20 Euro) selbstgebackene Schnittchen mit verschiedensten frischen Aufstrichen von der Variante Lachs, Frischkäse und Meerrettich über Hummus und Avocado bis zu Wildpastete-Preiselbeere.

Als Tagessuppe gab es am Dienstag, als aufgesperrt wurde, einen Kartoffeleintopf mit Würstchen (4,50 Euro). Zum Nachtisch kann man einen Mini-Guglhupf (2,50 Euro) oder auch eine Tüte Weihnachtsplätzchen (3 Euro) wählen. Zubereitet und hergestellt wird alles tagfrisch vom inklusiven Team, teils in der Produktionsküche im Werksviertel, teils vor Ort im Gamsbrot.

Die Gamsbar, die zum Schuhhaus Eduard Meier gehört, ist jetzt ein Pop-up-Laden.
Die Gamsbar, die zum Schuhhaus Eduard Meier gehört, ist jetzt ein Pop-up-Laden. © bar

Dort bekommt man zum Beispiel von Anna Salteco Horn schon mal Infos über die unterschiedlichen Kaffeesorten und ihre Merkmale. Die junge Frau mit Down-Syndrom macht derzeit in der Kunst-Werk-Küche eine Barista-Ausbildung und ist sichtlich stolz, jetzt hinter dem schicken Gamsbar-Tresen aus handgehobeltem Kirschbaumholz zu stehen, über dem eine opulente Panorama-Tapete prangt. "Schön hier", sagt Anna, und dem ist absolut nichts hinzuzufügen.

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Brienner Str. 10, Mo bis Sa, 12 bis (erstmal) 16 Uhr, Telefon: 089 67 80 51 50

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