Rodenstock-Garten: Wohnen mit Forellen

Auf dem ehemaligen Rodenstock-Gelände am Westermühlbach stehen nun 20 bezugsfertige Wohnhäuser. In den kommenden Wochen und Monaten werden hier 550 bis 600 Menschen ein neues Zuhause finden.
| Nina Job
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Der Westermühlbach fließt durchs Grundstück...
Baywobau 3 Der Westermühlbach fließt durchs Grundstück...
...momentan ist der Bach aber noch unter Holzplanken verborgen.
Job 3 ...momentan ist der Bach aber noch unter Holzplanken verborgen.
Tolle Aussicht: Projektleiter Holzner im 5. Stock.
Job 3 Tolle Aussicht: Projektleiter Holzner im 5. Stock.

Isarvorstadt - Drei Jahre, nachdem auf dem früheren Firmengelände des Brillenherstellers Rodenstock die Abrissbagger anrollten, steht an derselben Stelle heute ein neues – fast fertiges – Wohnviertel. Insgesamt 20 Häuser mit 284 Wohnungen sind zwischen Roecklplatz, Auenstraße und Isartalstraße entstanden. In den kommenden Wochen und Monaten werden hier 550 bis 600 Menschen ein neues Zuhause finden, schätzt Albert Hofmann, Geschäftsführer des Bauträgers Baywobau. Die Neubauten wurden vom Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst entworfen. Ein Ziel von Architekt Roland Duda war, dass die Neubauten nicht zu blockartig wirken: So sind die einzelnen Häuser unterschiedlich hoch (sechs- bis achtgeschossig) und haben verschiedene Fassaden, Vorsprünge und Farben.

Während die ersten Neubewohner im Dreimühlenviertel schon ihre Sonnenschirme auf die Terrasse stellten, haben die Bauarbeiter in manchen Häusern noch viel zu tun. Bis Anfang Oktober soll alles komplett fertig sein. Am Freitag wurde trotzdem schon mal gefeiert: Nachbarn konnten sich das neue Wohn- und Geschäftsviertel mit sechs Läden, einem Café und einer städtischen Kindertagesstätte aus der Nähe anschauen.

In dem 4000 Quadratmeter großen Innenhof pflanzten Gärtner am Nachmittag noch Buchen und Spitzahorne sowie Hainbuchenhecken um die Privatgärten der künftigen Bewohner. Ganz viele Pflanzen sollen künftig auch einen etwa 70 Meter langen Laubengang beschatten.

Der riesige Innenhof, unter dem sich die Tiefgarage befindet, „ist geschaffen für ein tolles Zusammenleben“, schwärmte Projektleiter Hans-Peter Holzner bei einem Rundgang mit der Presse. Die ersten Rutschen und Wippen für Kinder stehen schon, große kreisförmige Sitzbänke werden noch mit Holz belegt. Von einer Besonderheit, die das neue Quartier zu bieten hat, ist aber derzeit – noch – nicht sehr viel zu sehen: Der Auer Mühlbach, der bis zum Abriss der Rodenstock-Firmengebäude auf dem 13 000 Quadratmeter großen Gelände in den Untergrund verbannt war, wurde für das Projekt „Rodenstock Garten“ ans Licht geholt.

„Der Bach war nicht sichtbar, die Rinne, in der er lief völlig marode. Wir haben den Bachlauf etwas tiefer gelegt und leicht versetzt. Außerdem haben wir das Bachbett mit Kies und Steinen aufgefüllt, damit sich der Lebensraum für Pflanzen und Tiere verbessert.“, so Hans-Peter Holzner.

Wenn nun bald die Holzplanken verschwinden, die den Bach noch während der Bauarbeiten schützen, fließt er auf einer Länge von über hundert Metern frei durchs Viertel. Bei einigen Bewohnern schwimmen die Forellen dann direkt an der Terrasse vorbei. Zu kaufen gibt es im „Rodenstock Garten“ längst keine Wohnungen mehr. „An einem Dienstag 2010 wurde der Grundstückskauf beurkundet, am Freitag darauf hatten wir bereits 1300 auf der Vormerkliste“, so Albert Hofmann. Kaufpreis: 4500 bis knapp 8000 Euro/qm. 174 der 1,5 bis 5-Zimmer-Wohnungen wurden als Eigentumswohnungen verkauft, die anderen kauften Stadtsparkasse und Bayerische Versicherungskammer. Zu mieten gibt es noch welche: Für 16 bis 20 Euro/qm.

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