Reptilienstation fürchtet Insolvenz

Die Bayerische Landesregierung will die Pläne zur Finanzierung für den neuen Standort der Reptilienauffangstation noch einmal neu verhandeln – dem Verein drohen damit der finanzielle Ruin und die Insolvenz.
| Linda Jessen
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Wenn die Auffangstation in die Insolvenz geht, müssen die Schildkröten umziehen. Aber wohin?
Auffangstation für Reptilien Wenn die Auffangstation in die Insolvenz geht, müssen die Schildkröten umziehen. Aber wohin?

Schwabing - Eigentlich waren die Gespräche in den vergangen Monaten immer positiv, teilt der Verein mit. Als Bedingung nannte die Landesregierung, zuerst einmal einen geeigneten Standort zu suchen. Den fand die Auffangstation in Neufahrn. Mit der notwendigen Erschließung ging der Verein finanzielle Verpflichtungen ein – die ihm jetzt um die Ohren fliegen könnten. „Nach den monatelangen Verhandlungen haben wir eigentlich mit einer finalen Entscheidung gerechnet“, klagt Stationsleiter Dr. Markus Baur. Verraten und verkauft fühle man sich. Das Umweltministerium hält dagegen: Eine Zusage der Finanzierung habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Das Projekt könne erst wieder im Doppelhaushalt 2017/18 aufgenommen werden.

Die rund 150 000 Euro sind allerdings schon im Frühjahr fällig. Wenn bis dahin keine Mittel bereitgestellt werden, muss die Auffangstation Insolvenz anmelden. Rücklagen in dieser Höhe zu bilden wäre einem gemeinnützigen Verein gar nicht erlaubt. Derzeit sind die über 1000 Tiere, die von den Mitarbeitern der Auffangstation betreut werden, in Räumen der LMU untergebracht. Allerdings hat zum Einen die Universität langfristig Eigenbedarf angemeldet. Zum Anderen sind die Räume für die Tierhaltung eigentlich ungeeignet.

Offiziell ist die Landesregierung noch nicht an den Verein herangetreten – die Pläne zu Neuverhandlungen wurden in der Haushaltssitzung in der vergangenen Woche verlautbart. Man wolle den Finanzierungsbedarf „stark eindampfen“, hieß es da. Was mit den Krokodilen, Kobras und Schildkröten geschieht, wenn der Verein dichtmachen muss, ist unklar. Denn die Auffangstation ist eine von sehr wenigen in Deutschland. Eine Tötung ist tierschutzrechtlich nicht machbar, Tierparks und Zoos können weder die Mengen noch die Arten aufnehmen.

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