Problem-Grundstück an der Marsstraße: Irgendwas ist immer

Seit Jahren verzögert sich die Bebauung auf einem Areal der Stadt. Das neueste Argument.
| Felix Müller
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Pflanzen wuchern, das Hinterhaus steht leer herum...
Pflanzen wuchern, das Hinterhaus steht leer herum... © fm

Neuhausen - Im November war sich die Stadt ganz sicher. Nun sollte es wirklich endlich soweit sein. "Anfang des Jahres 2021", meldete man überzeugt auf eine AZ-Anfrage, werde das städtische Grundstück an der Marsstraße bebaut.

Das Skandal-Grundstück, ja, so darf man es nennen. Denn in guter Lage, mitten in der Stadt, vergammelt seit Jahren ein Areal, auf dem Wohnungen gebaut werden sollen. Doch hier ist es kein Investor, der spekuliert und abwartet. Das Areal gehört der Stadt.

... Zäune sollen Spaziergänger abhalten.
... Zäune sollen Spaziergänger abhalten. © fm

Problem-Grundstück an der Marsstraße: Was ist vorgefallen?

Und so begann die Geschichte: Einst waren hier Betriebswohnungen der Straßenreinigung. Der Betriebshof grenzte im Hinterhof an das Gebäude, das Haus gehörte dem Baureferat. 2004 beschloss der Stadtrat, den kleinen Betriebshof an der Grenze von Neuhausen zur Maxvorstadt zu schließen.

2010 zogen die letzten Bewohner aus. Es passierte: nichts. Das Areal vergammelte immer mehr. Das Kommunalreferat prüfte noch andere Nutzungen für das Haus, fand aber keine - und ließ das Vorderhaus schließlich abreißen. Doch dann passierte, mal wieder: nichts.

Gebaut wird an der Marsstraße immer noch nicht

2019 endlich rang sich der Stadtrat zu einer Entscheidung durch, vergab das Areal und das angrenzende Grundstück der Klarastraße 11 an die städtische GWG. Von dort und aus der Stadtverwaltung heißt es auf AZ-Nachfragen seitdem immer wieder, nun würden hier aber wirklich bald neue günstige Mietwohnungen gebaut.

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Im November 2020 sprach man von einem Baubeginn zum Start dieses Jahres, im Januar hieß es dann auf eine Anfrage der Stadtrats-Linken, im Sommer 2021 starte man mit dem Bau von 33 geförderten Wohnungen. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen!", jubelte Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos).

Nun ist Sommer. Gebaut wird genauso wenig wie die letzten elf Jahre. Beim AZ-Besuch gammelt das Gelände samt Hinterhaus vor sich hin wie eh und je.

Nachbarschafsklage gegen Baugenehmigung

Das städtische Planungsreferat mag sich lieber gar nicht mehr dazu äußern, eine neuerliche Anfrage der AZ beantwortet die städtische Wohnungsgesellschaft GWG.

Der Bauantrag sei Ende Juni genehmigt worden, heißt es nun von dort. Jedoch sei gegen die Baugenehmigung "von der Nachbarschaft" Klage eingereicht worden. Der Vorgang sei "aktuell in Prüfung", es liefen "die Vorbereitungen der Abbrucharbeiten", an den Planungen selbst habe sich nichts geändert. Die Frage, wie jetzt der Zeitplan aussieht, beantwortet die städtische Wohnungsgesellschaft nicht.

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