Polizei München schnappt jugendliche Erpresser - dank eines besonderen Talents

Aufzeichnungen aus der am Stachus installierten Videoüberwachung des Münchner Polizeipräsidiums zeigten die beiden Tatverdächtigen, die Super-Recognizer dann erkannten.
von  Guido Verstegen
Vor diesem Schnellrestaurant am Stachus nahmen die beiden Jugendlichen einem 22-Jährigen das Handy ab und gaben es ihm erst gegen Geld wieder zurück.
Vor diesem Schnellrestaurant am Stachus nahmen die beiden Jugendlichen einem 22-Jährigen das Handy ab und gaben es ihm erst gegen Geld wieder zurück. © imago images/Reinhard Kurzendörfer

Zwei Jugendliche nehmen einem 22-Jährigen vor der McDonald's-Filiale am Stachus das Handy ab und lassen sich die Rückgabe des Telefons mit Geld bezahlen. Das diebische Duo flüchtet, doch die Polizei kommt ihnen auf die Schliche - sie werden wegen der Erpressung angezeigt.  

Vor McDonald's am Stachus: Unbekannte schnappen sich Handy von 22-Jährigem

Der entsprechende Notruf zu dem Vorfall sei bereits am 6. Februar gegen 21 Uhr eingegangen, erläuterte Polizeisprecherin Nicole Landgraf.

Zwei bis dahin unbekannte Täter sollen dabei das Mobiltelefon eines 22-jährigen türkischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz im Landkreis Dachau an sich genommen und dann gegen Geld wieder herausgerückt haben.

Super-Recognizer erkennen flüchtige Jugendliche auf Videomaterial

Die Suche nach den Flüchtigen blieb zunächst erfolglos, doch die Aufzeichnungen verschiedener Kameras am Karlsplatz, unter anderem auch die Bilder aus der am Stachus installierten Videoüberwachung des Münchner Polizeipräsidiums zeigten die beiden Tatverdächtigen.

"Super-Recognizer aus dem Präsidium haben bei den weiteren Ermittlungen sehr geholfen", sagte die Sprecherin. Als Super-Recognizer bezeichnet man Menschen, die sich überdurchschnittlich gut Gesichter einprägen und sie wiedererkennen können. 

Jugendliche sind wegen ähnlicher Delikte der Polizei bekannt

Bei den auf diese Weise ermittelten Tatverdächtigen handelt es sich um einen 16-jährigen Syrer mit Wohnsitz im Landkreis München und um einen 17-jährigen Jordanier mit Wohnsitz in Rosenheim. Den Angaben zufolge stießen Beamte der Polizeiinspektion 11 am 14. März gegen 17 Uhr in der Innenstadt auf die beiden Jugendlichen und brachten sie für die weitere Sachbearbeitung zu einer Polizeidienststelle. 

Die weiteren Ermittlungen hätten dann noch Zeit in Anspruch genommen, sodass man erst jetzt über den Fall informieren konnte, so die Sprecherin. Die beiden Jugendlichen sind wegen ähnlicher Delikte der Polizei bekannt, das Kommissariat 21 ermittle weiter.

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