Nach der Festnahme: Sprayer tauchen ab

In Harlaching und Giesing ist die Szene schwer verunsichert, nachdem die Polizei gezielt nachts Jagd auf Graffiti-Sprayer macht.
| Ralph Hub
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Mehr als 900 Graffitis gehen auf das Konto der Sprayer.
Polizei Mehr als 900 Graffitis gehen auf das Konto der Sprayer.

Giesing - Das Zentrum war das Grünwalder Stadion. Von dort aus breiteten sich Graffiti in ganz Unter- und Obergiesing aus bis raus nach Harlaching. 932 Schmierereien meldeten Anwohner in den vergangenen fünf Jahren bei der zuständigen PI 23.

Zuletzt häuften sich wieder die Beschwerden entnervter Giesinger. Die PI 23 holte deshalb zum Gegenschlag aus. 100 Beamte von Schutzpolizei, Einsatzhundertschaft, Bereitschaftspolizei und Kripo, schwärmten nachts aus und legten sich fünf Tage auf die Lauer. Gleich am ersten Abend ging ihnen drei Sprayer in der Nähe des Grünwalder Stadions ins Netz. Das Trio ist polizeibekannt. „Zuletzt hatten sie sich nur noch an legalen Aktionen beteiligt“, sagt Kriminalhauptmeister Florian Kopczyk.

Jetzt wurde das Trio rückfällig. Vermutlich war es der Adrenalinkick: etwas Verbotenes tun, nachts durch die Stadt schleichen und heimlich Wände besprühen.

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Die Männer (23, 25, 26) liefen davon. Auf der Flucht warfen sie 15 Spraydosen weg. Doch es half nichts. Sie hatten Farbreste an der Kleidung und rochen nach frischem Lack, als sie festgenommen wurden. Die Männer stammen aus München, Dachau und Freising. Sie haben im Alltag ganz normale Berufe, sind Handwerkerker, einer von ihnen arbeitet als Erzieher.

„WK“ lautet das Tack, das Zeichen, das die Sprayer-Gruppe verwendet. Es steht für „wicked“ und heißt übersetzt so viel wie böse. Wände, Stromkästen, Verkehrsschilder – an 30 Stellen in der Umgebung fanden die Beamten ihre Tacks. Schaden: rund 4000 Euro.
Während der Polizeiaktion gingen 15 weitere Personen der Polizei ins Netz – kriminalistischer „Beifang“. Leute die wegen gefährlicher Körperverletzung, Drogendelikte, Unterschlagung oder Ähnlichem gesucht wurden.

Die Graffiti werden weniger, die Sprayer-Szene ist verunsichert. „Die Aktion war ein Erfolg“, sagt Helmut Biermeier, Vize-Chef der PI 23. Die Polizei wird die Aktion fortsetzen. „Wer Verdächtiges beobachtet, egal in welchem Viertel“, so Polizeisprecher Thomas Baumann, „kann die 110 anrufen. Die Polizei setzt vor allem auf die Unterstützung von Hundebesitzer, die abends Gassi gehen oder auch Menschen, die im Schichtdienst arbeiten und nachts unterwegs sind.

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