München: Unter BVB-Fan tut sich der Boden auf

Bodenlose Frechheit? Ein Abgrund von Landesverrat? Ausgerechnet unter einem BVB-Fan hat der Boden in Haidhausen nachgegeben.
| Ralph Hub / Georg Thanscheidt
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In dieses 15 Meter tiefe Loch wäre der 62-Jährige um ein Haar gestürzt.
Thomas Gaulke 3 In dieses 15 Meter tiefe Loch wäre der 62-Jährige um ein Haar gestürzt.
Polizei und Feuerwehr kamen sofort und imspizierten den Schacht.
Thomas Gaulke 3 Polizei und Feuerwehr kamen sofort und imspizierten den Schacht.
Schicht im Schacht: So wurde das Loch provisorisch gesichert.
Ralph Hub 3 Schicht im Schacht: So wurde das Loch provisorisch gesichert.

Bodenlose Frechheit? Ein Abgrund von Landesverrat? Ausgerechnet unter einem BVB-Fan hat der Boden in München nachgegeben - 6 Meter tief.

Haidhausen - München ist für eingefleischte BVB-Fans ein heißes Pflaster. Doch dass der Münchner Boden sich unter einem von ihnen auftut und ihn beinahe verschlingt, hätte Norman W. nie für möglich gehalten. Doch am vergangenen Freitag ist es in Haidhausen geschehen.

Seit frühester Kindheit ist der 62-Jährige aus Gernlinden BVB-Fan. Auch als er am Freitagabend mit der Familie vom Essen in den Hofbräukeller kommt, hat er den schwarz-gelben Fan-Schal um. Mit seinem Sohn Karsten dessen Freundin und seiner Frau bummelt Norman W. entspannt in Richtung Gasteig. Doch sie kommen nur rund 300 Meter weit.

Kurz vor der Trambahnhaltestelle tut sich unter dem BVB-Fan plötzlich der Boden auf. „Der Gehweg sah völlig normal aus,“ erzählt Norman W. Keine Absenkung, keine Mulde, nichts was auf die heimtückische Falle im Untergrund hingewiesen hätte.

Norman W.: „Ich sackte plötzlich mit dem linken Bein weg. Eine der Platten verschwand einfach unter mir in einem Loch.“ Dann sackt eine zweite Platte weg, das Loch wird größer. Norman W. verliert das Gleichgewicht, stürzt vornüber.

„Ich konnte mich im letzten Moment abfangen, meine Familie stützte mich ab", erzählt der 62-Jährige. Nach einer Schrecksekunde tastet der frühere Geschäftsführer sein Bein ab. Glück gehabt. Abgesehen von ein paar Schrammen am linken Schienbein ist er unverletzt.

Ich hatte Glück“, sagt Norman W und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu. „wir BVB-Fans haben es in München nicht leicht.“

Die Familie alarmiert die Polizei. Doch in der Einsatzzentrale nimmt man den Vorfall zunächst genauso wenig ernst wie Norman W. selbst: „Ich dachte zunächst an eine harmlose Mulde, eine Ausschwemmung nur wenige Zentimeter tief.“ Während die Familie auf Feuerwehr und Polizei wartet, untersuchen Vater und Sohn den Kraterrand.

Mit einem Handy leuchten sie in die Dunkelheit und stellen fest, dass sie es mit einem gemauerten Schacht zu tun haben. Laut Polizei misst er in der Fläche etwa 80 Mal 90 Zentimeter und er führt 15 Meter senkrecht in die Tiefe. Am Montag korrigiert die Stadt die Polizie: Das Loch ist "nur" sechs Meter tief.  „Wäre die komplette Schachtdecke auf einmal eingebrochen“, sagt Norman W. „wäre ich vermutlich in die Tiefe gerissen worden.“

Die Feuerwehr rückt an, sichert die Unglücksstelle. Die Untersuchung des Schacht ergibt zunächst wenig Hinweise. Wohin er führt und welche Funktion er hat, ist zunächst unklar. Er könnte zur alten Hofbräu-Brauerei gehört haben, möglicherweise ein Belüftungsschacht für einen der Keller in denen früher Bierfässer gelagert wurden.

Bereits vor Jahren zog Hofbräu an den Stadtrand in die Nähe der Neuen Messe. Das Gelände in Haidhausen wurde neu bebaut. Der Schacht geriet in Vergessenheit. Bis sich am Freitag der Boden auftat und Norman W. beinahe mit haut und Haaren verschlang. Statiker haben den Schacht untersucht. Er ist stabil, es bestehe keine Gefahr für umliegenden Gebäude.

Auch die Tram der Linie 16 kann weiter in Betrieb bleiben. Aus Sicherheitsgründen wurde ein leerer Bauschuttcontainer über dem Schacht platziert. Heute wollen Experten des Baureferats den Schacht genau untersuchen.

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