München-Harlaching: Mann will Polizist Dienstwaffe entreißen

Während der Festnahme hat ein 21-jähriger Mann plötzlich nach der Dienstwaffe eines Polizisten gegriffen. Ein Beamter konnte Schlimmeres glücklicherweise verhindern. Bei dem Vorfall werden dunkle Erinnerungen an den Juni 2017 wach.
Ralph Hub |
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Der Mann hatte seine Hand bereits am Griff der Pistole. (Symbolbild)
dpa Der Mann hatte seine Hand bereits am Griff der Pistole. (Symbolbild)

Während der Festnahme hat ein 21-jähriger Mann plötzlich nach der Dienstwaffe eines Polizisten gegriffen. Sein Kollege konnte Schlimmeres glücklicherweise verhindern. Bei dem Vorfall werden dunkle Erinnerungen an den Juni 2017 wach.

Harlaching - Polizist in München ist ein Knochenjob. Scheinbar harmlose Routinesituationen können jederzeit eskalieren. Wie zuletzt in Harlaching, als ein Pärchen stritt. Kein Einzelfall wie drei gefährliche Einsätze der letzten Zeitbelegen.

Nachbarn hörten am Montagabend gegen 21 Uhr in einem Mietshaus in der Schellenbergstraße eine Frau um Hilfe rufen. Er sah durchs Fenster. Ein Mann und eine Frau kämpften miteinander. Der Nachbar verständigte die Polizei. Mehrere Streifenwagen rückten an.

Polizisten klingelten an der Tür, sie klopften – keine Reaktion. Die Beamten hörten Hilferufe. In dem Moment, als sie die Wohnung stürmen wollten, riss jemand die Tür auf. Ein 21-jähriger aus Niederbayern griff die Polizisten im Treppenhaus an. "Er schlug auf die Kollegen mit Fäusten ein und trat nach ihnen", sagt Polizeisprecher Christoph Reichenbach. Der Angreifer verletzte einen 27-jährigen Beamten am Kopf.

Täter simuliert Bewusstlosigkeit

Mit vereinten Kräften konnten die Polizisten den tobenden Mann zu Boden reißen und fixieren. Doch dem 21-Jährigen gelang es, sich aus dem Griff zu befreien und nach der Pistole eines der Polizisten zu greifen. "Er wollte die Waffe aus dem Holster ziehen", betont Christoph Reichenbach. Was aber nicht gelang. Plötzlich lag der Randalierer ganz still. Er schien bewusstlos. Ein Notarzt wurde gerufen. Der stellte fest, dass der Patient nur simulierte. Der 21-Jährige kam in eine Klinik. Ein Bluttest wurde gemacht.

Seine Freundin, eine 20-Jährige aus Baden-Württemberg, gab sich ahnungslos. Es habe nur einen Streit gegeben, warum sie um Hilfe gerufen hatte, konnte sie nicht erklären. Bereits am 2. Weihnachtsfeiertag war die Polizei bei dem Paar gewesen, um einen Streit zu schlichten.

Vorfälle dieser Art häufen sich

Erst am 10. Januar ereignete sich ein ähnlicher Vorfall: Damals hatte ein Ladendieb in den Pasing-Arcaden versucht, einem Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen. Natürlich werden bei solchen Vorfällen sofort dunkle Erinnerungen an den Juni des letzten Jahres wach.

Damals wurde die Polizei zu einem Routineeinsatz am S-Bahnhof in Unterföhring gerufen. Dort eskalierte die Situation: Der Täter entriss einer Polizistin die Waffe und schoss ihr in den Kopf. Die junge Frau liegt seitdem im Wachkoma.

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