München bekommt ein Super-Finanzamt

Finanzminister Söder plant an der Marsstraße das „größte und effektivste Finanzamt Europas“ – bald schon rollen die Bagger an.
| Michael Burner / Onlineredaktion
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Markus Söder (CSU) präsentierte vor dem Finanzamt in der Deroystraße am Mittwoch den Entwurf für den "Steuercampus München".
Simon Treppmann Markus Söder (CSU) präsentierte vor dem Finanzamt in der Deroystraße am Mittwoch den Entwurf für den "Steuercampus München".

Finanzminister Söder plant an der Marsstraße das „größte und effektivste Finanzamt Europas“ – noch heuer im Herbst wird bereits losgelegt.

Maxvorstadt - Sieben Jahre ist es her, da hatte der Freistaat das erste Mal die Idee, alle sieben Finanzämter Münchens zu einer Zentrale auf dem Areal Mars-, Deroy- und Arnulfstraße zusammenzufassen. Sogar der Sieger eines Architekturwettbewerbs war gekürt. Der damalige Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) hatte bereits 2009 feierlich das neue Türschild enthüllt. Bis es 2012 plötzlich hieß, der Freistaat wolle Büros für 1200 Mitarbeiter in der Stadt anmieten.

Jetzt ist Schluss mit dem hin und her: Gestern präsentierte Finanzminister Markus Söder (CSU) den Entwurf für einen zentralen Finanzamt-Standort an der Marsstraße. Die Bauarbeiten am „Steuercampus München“ sollen bereits im Herbst 2014 beginnen.

Laut Söder sollen alle sieben Zweigstellen des Finanzamts sukzessiv in die neue Zentrale zusammengeführt werden. Künftig würden alle 2800 Mitarbeiter in München in dem neuen Campus untergebracht. Elf ausgelagerte Standorte in der bayerischen Provinz mit 600 Mitarbeitern blieben weiter bestehen, so Söder. 2018 soll der erste Bauabschnitt an der Deroystraße fertig sein: ein sechsstöckiger Bau für 65 Millionen Euro an der Westseite. Danach sollen die restlichen Gebäude in fünf weiteren Bauabschnitten generalsaniert werden. Und zwar so, dass die Mitarbeiter während der gesamten Bauzeit, die laut Söder 20 Jahre dauern wird, nicht umziehen müssen.

Gesamtkosten für den Megabau: 300 Millionen Euro. Die bisherigen Münchner Standorte des Finanzamts sollen „verwertet“ werden. „Ziel ist es, die Hälfte der Baukosten durch den Verkauf der frei werdenden Immobilien zu refinanzieren“, sagte Söder.

Einen potentiellen Käufer für die bisherigen Standorte sieht Söder unter anderem in der Stadt München. Er hoffe, dass nach der Wahl am 16.März wieder „etwas mehr Schwung“ in den Stadtrat komme und über den Kauf einer Finanzamt-Immobilie wie die an der Karlstraße oder der Katharina-von-Bora-Straße nachgedacht wird.

Im März 2012 plädierte Finanzminister Söder zwar noch für eine Miet-Lösung und eine Verlagerung einzelner Behörden in andere Regionen Bayerns. Jetzt will er an der Deroystraße das „größte und effektivste Finanzamt Europas“ entstehen lassen. Der Haushaltsausschuss hat den Entwurf bereits abgesegnet. Durch die Zentralisierung entstünden auch neue Arbeitsstrukturen. Bis 2016 sollen zum Beispiel die bisher drei Abteilungen für Arbeitnehmersteuern zu einem Ressort zusammengefasst werden, so Söder. Arbeitsplätze gingen dabei nicht verloren. Im Gegenteil: In den kommenden Jahren sollen 150 neue Stellen im Finanzamt besetzt werden.

Eine Sanierung des maroden 70er-Jahre-Baus an der Deroystraße wäre ohnehin unvermeidlich gewesen. Bereits 2009 sagte der damalige Finanzminister Fahrenschon: „Die Gebäude sind verbraucht und stark sanierungsbedürftig. Ein sachgerechtes Arbeitsumfeld können sie nicht mehr bieten.”

 

 

 

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