Mörder aus Koma erwacht - Polizei bewacht ihn rund um die Uhr

Robin L. (42) soll seine Frau in einem Mietshaus im Dantepark erstochen haben. Nach der Tat hat sich der Nachhilfelehrer aus einem Fenster im dritten Stock gestürzt. Jetzt ist er aus dem Koma erwacht.
| Ralph Hub
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Mitarbeiter des Bestattungsinstituts Denk tragen die Tote aus dem Mietshaus im Dantepark im Stadtteil Gern.
Ralph Hub Mitarbeiter des Bestattungsinstituts Denk tragen die Tote aus dem Mietshaus im Dantepark im Stadtteil Gern.

Gern - Als Robin L. nach fast zwei Wochen im künstlichen Koma auf der Intensivstation des Schwabinger Krankenhauses die Augen aufschlug, bekam er sofort Besuch von Ermittlern der Münchner Mordkommission. Gestern wurde dem 42-Jährigen schließlich der Haftbefehl wegen Mordes eröffnet.
Fragen der Ermittler wollte der Englisch-Nachhilfelehrer nicht beantworten. Er leide an Amnesie und könne sich nicht erinnern, behauptet er. Medizinisch durchaus möglich, der 42-Jährige hat eine schwere Kopfverletzung.

Robin L. hat am Mittwoch vorletzter Woche, so die bisherigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft, seine Ehefrau Sylvia mit einem Küchenmesser regelrecht niedergemetzelt. Etwa 30 Mal stach er auf die 35-jährige Managerin in deren gemeinsamer Wohnung in der Klugstraße im Dantepark ein.

 

Beamte schieben rund um die Uhr Wache vor dem Klinikzimmer

 

"Es gibt keinen vernünftigen Zweifel daran, dass er der Täter ist", sagt Kriminaloberrat Markus Kraus, Chef der Mordkommission. Hinweise auf eine dritte Person zur Tatzeit in der Wohnung gibt es nicht. Das Motiv ist weitgehend geklärt. Sylvia Z. wollte nach nur zwei Jahren Ehe eine Auszeit von ihrem Mann. Sie plante, ihr Leben völlig umzukrempeln. Sie wollte beruflich durchstarten. Einen neuen Job hatte sie bereits gefunden.

Als sie kürzlich ihren Vater in Australien besuchte, schrieb Robin L. weinerliche E-Mails an sie und flehte: "Verlass mich nicht." Oder: "Ohne dich kann ich nicht leben." Am Abend vor der Tat teilte sie ihrem Mann mit, dass ihr Entschluss dennoch feststehe. Als Sylvia S. tot war, lief Robin L. in den dritten Stock des Mietshauses und sprang aus einem Fenster im Treppenhaus in die Tiefe.

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Der 42-Jährige hat den Selbstmordversuch überlebt. Mit Brüchen und inneren Verletzungen kam er ins Krankenhaus. Dort wird er seitdem rund um die Uhr von Polizisten bewacht. Sobald der 42-Jährige transportfähig ist, soll er auf die Krankenstation der JVA in Stadelheim verlegt werden.

 

Es fehlt nur noch das Geständnis

 

Die Tatwaffe wird derzeit von Experten der Kriminaltechnik untersucht. Das blutverschmierte Messer lag im Hof der Wohnanlage, ganz in der Nähe des schwer verletzten Mannes. Auch ein Tablet-Computer wurde sichergestellt.
Zudem wird die blutige Kleidung von Robin L. untersucht. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. Doch im Grunde zweifelt niemand daran, dass das Blut von Sylvia Z. stammt.

Experten haben darüber hinaus in der Wohnung des Ehepaares mit Hilfe eines 3D-Scanners den Tatablauf rekonstruiert. Stück um Stück werden weitere Indizien von den Ermittlern zusammengetragen. Die Staatsanwaltschaft will Robin L. wegen Mordes vor Gericht stellen. Was noch fehlt, ist ein Geständnis. "Das ist immer besser als eine Indizienkette", sagt Markus Kraus.

 

 

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