Messer-Attacke in München: 21-Jähriger vor dem Ermittlungsrichter

Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Verletzung gegen einen 21-Jährigen, der am Dienstag in Haidhausen einen 46-Jährigen mit einem Messer verwundete. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.
von  Guido Verstegen
Im Rahmen der Fahndung machte die Polizei den 21-Jährigen in der Nähe des Tatorts ausfindig und nahm ihn vorläufig fest. (Symbolbild)
Im Rahmen der Fahndung machte die Polizei den 21-Jährigen in der Nähe des Tatorts ausfindig und nahm ihn vorläufig fest. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

In der Sedanstraße ist am Dienstagnachmittag ein Streit zwischen zwei Männern derart eskaliert, dass einer der Beteiligten ein Messer zückte und seinen Kontrahenten verletzte. Die Münchner Polizei konnte den 21-Jährigen festnehmen, er soll am heutigen Mittwoch vor dem Ermittlungsrichter stehen.

Wie die Polizei weiter berichtet, rückten gegen 16.45 Uhr zahlreiche Streifen und Kräfte der Polizei aus, nachdem mehrere Notrufe zu der körperlichen Auseinandersetzung in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums eingegangen waren. Ein Mann habe einen spitzen Gegenstand dabei, hieß es.

Offene Fleischwunde des Opfers deutet auf Messerattacke hin 

Vor Ort stießen die Beamten auf einen 46-jährigen Kroaten mit Wohnsitz in Landshut, der eine Verletzung am Unterarm aufwies. "Die Art der Verletzung – es handelt sich um eine offene Fleischwunde – könnte darauf hindeuten, dass der Mann mit einem Messer angegriffen wurde", sagte Polizeisprecher Tobias Schenk am Mittwoch.

Polizei stellt mögliche Tatwaffe sicher 

Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Polizei in unmittelbarer Nähe des Tatorts ein Messer sicherstellte. "Wobei sich natürlich erst herausstellen muss, ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt."

Als möglicher Täter kommt ein 21-jähriger Syrer ohne festen Wohnsitz in Deutschland infrage, der sich nach Stand der Dinge mit dem 46-Jährigen gestritten hatte. Warum sich die beiden Männer in die Haare gerieten, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Auf die Frage, ob es sich um einen möglicherweise geplatzten Drogendeal handeln könnte, gab sich der Sprecher bedeckt. Der 46-Jährige sei der Polizei allerdings "sehr bekannt", unter anderem wegen verschiedener "BTM-Delikte". Diese Abkürzung beschreibt Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die im Betäubungsmittelgesetz im Zusammenhang mit dem Missbrauch von unerlaubten Substanzen stehen – wie starke Schmerzmittel, Opioide oder andere psychoaktive Stoffe mit hohem Abhängigkeitspotenzial. 

Ermittlungen wegen Körperverletzung auch gegen 46-Jährigen

Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen machte die Polizei den 21-Jährigen im Nahbereich des Tatorts ausfindig und nahm ihn vorläufig fest. Der Mann wurde der Justizvollzugsanstalt Stadelheim überwiesen und soll noch am Mittwoch einem Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt werden.

Da auch der 46-Jährige im Verlauf der Auseinandersetzung körperliche Gewalt angewendet haben soll, steht gegen ihn ebenfalls ein Verfahren wegen Körperverletzung an.

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