Mehr Platz für Radler: Autofahrer sollen eine Spur abtreten!
München - Das Radeln in der Rosenheimer Straße soll sicherer werden. Nur wie? Das hat die Stadtverwaltung jetzt gemeinsam mit externen Gutachtern genau untersucht.
Die Ergebnisse dürften noch für heftige Diskussionen sorgen. Denn in Frage steht nicht nur der Fortbestand von Parkplätzen und Bäumen. Sondern abschnittsweise auch je eine Auto-Spur pro Fahrtrichtung.
Am heutigen Mittwoch ist die „Verkehrsverträglichkeitsuntersuchung zur Einrichtung von Radverkehrsanlagen“ Thema im Planungsausschuss. Konkret geht es dabei um die Strecke zwischen Rosenheimer Platz und Orleansstraße.
Der Status quo sieht so aus: Radler teilen sich die Fahrbahn überwiegend ungesichert mit Autos und Lastern. Bis zu 2100 Radfahrer strampeln hier binnen 15 Stunden entlang. Die Zahl der Kfz-Fahrer liegt täglich bei 25.000 bis 29.000.
Stadtbaurätin Elisabeth Merk schreibt in ihrer Vorlage für die Stadträte: „Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für den Rad- und Fußverkehr durch Trennung der Verkehrsarten mittels Einrichtung von Radverkehrsanlagen“ sei „dringend geboten“.
Und inzwischen steht auch fest, wie dieses Ziel nach Expertenmeinung am besten erreicht werden könnte: Durch die Realisierung von je bis zu zwei Meter breiten Radlfahrstreifen – ähnlich wie es sie jetzt auch in der Kapuzinerstraße gibt.
Damit diese Platz finden, müssten jedoch nach derzeitiger Planung 31 Stellplätze am Straßenrand und vier Bäume weichen. Für Autofahrer stünde nur mehr eine (statt zwei) Fahrspur je Richtung zur Verfügung – an wichtigen Knotenpunkten wie dem Rosenheimer Platz oder der Kreuzung Rosenheimer/Orleansstraße soll aber im Wesentlichen alles beim Alten bleiben.
Die Stadt sieht darin kein Problem: Schließlich rechnet sie in den nächsten zwölf Jahren nur mit einer leichten Kfz-Verkehrszunahme im einstelligen Prozentbereich.
Wie geht’s jetzt weiter? Jetzt will sich Stadtbaurätin Merk von den Stadträten den Auftrag abholen, nochmal genauer zu überprüfen, ob die zur Disposition stehenden Parkplätze tatsächlich entbehrlich sind. Erst dann will sie einen konkreten Entscheidungsvorschlag vorlegen. Einen solchen soll es nächstes Jahr dann übrigens auch für die Lindwurmstraße geben.
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