Kreillerstraße in München-Trudering: Jung und Alt unter einem Dach

In der Kreillerstraße entsteht ein Haus für Jung und Alt. Mit günstigen Mieten und gemeinsamem Garten. Und auch das Viertel soll vom neuen Haus profitieren.
| Paul Nöllke
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Kleine Wohnungen, dafür Gemeinschaftsräume und einen Garten hinterm Haus sieht das Konzept vor.
Visualisierung Terragon Kleine Wohnungen, dafür Gemeinschaftsräume und einen Garten hinterm Haus sieht das Konzept vor.

In der Kreillerstraße in Trudering entsteht ein Haus für Jung und Alt. Mit günstigen Mieten und gemeinsamem Garten. Und auch das Viertel soll vom neuen Haus profitieren.

Trudering - Christiane Ammer-Wabnitz steht stolz vor Waschbecken, Duschabflüssen und Bauplänen, die sich in ihrem Konferenzraum stapeln: "Das ist die Zukunft des Wohnens."

Noch sieht man nicht viel von dieser Zukunft, erst die Tiefgarage ist gebaut, doch Ammer-Wabnitz und ihr Kollege Joachim Doppstadt von der Stiftung Katholisches Familien- und Alterspflegewerk sind sehr beschäftigt. Zusammen mit der Terragon GmbH baut die Stiftung ein Mehrgenerationenhaus in der Kreillerstraße. Doch hier soll nicht einfach ein normales Haus entstehen.

"Wir haben uns die Frage gestellt: Wie kann ein Wohnen zu Hause im Alter stattfinden?", sagt Doppstadt. Das neue Haus soll die Antwort sein. Junge und alte Menschen werden hier einziehen, eine gute Mischung eben. Die 41 Wohnungen sind relativ klein, dafür aber gut ausgestattet - mit hochwertigen Küchen, Fußbodenheizung, Glasfaseranschluss und überdachtem Balkon.

Kleine Wohnungen, dafür Gemeinschaftsräume und einen Garten hinterm Haus sieht das Konzept vor.
Kleine Wohnungen, dafür Gemeinschaftsräume und einen Garten hinterm Haus sieht das Konzept vor. © Visualisierung Terragon

Ammer-Wabnitz: "Nachbarschaft ist nicht immer konfliktfrei"

"Alte Leute suchen oft kleine Wohnungen, genauso wie auch junge Leute", so Doppelstadt. Diese sollen nicht zu teuer sein, sechs der Wohnungen unterliegen dem München Modell Miete. Nur Menschen mit bestimmten Einkommen dürfen hier einziehen, dafür ist der Mietzins recht günstig und darf in den nächsten 40 Jahren nur wenig steigen.

In dem Haus wird es auch Gemeinschaftsräume geben, in denen die Bewohner zusammen kommen können. Ein großer Garten hinter dem Haus soll Erholungsmöglichkeiten bieten und die Gemeinschaft stärken. Der Wunsch der Stiftung ist, dass sich bald eine Hausgemeinschaft entwickelt.

Ammer-Wabnitz: "Wir wissen, dass Nachbarschaft nicht immer konfliktfrei ist. Aber ich denke, wenn ein junger Mensch mal seine Musik laut hört, sieht die alte Nachbarin vielleicht darüber hinweg, weil der junge Nachbar ihr vom Einkauf mal eine Milch mitbringt."

Mehrgenerationenhaus: Alle Zugänge barrierefrei

Auch das Viertel soll vom neuen Haus profitieren: Im Erdgeschoss gibt es eine Tagespflege, einen Laden und ein Restaurant. Dafür sucht die Stiftung noch einen Pächter. "Wir wollen jemanden mit einem innovativen Konzept, der auch Umgebung und Nachbarschaft mit einbezieht", sagt Ammer-Wabnitz.

Innovative Lösungen finden, das ist die Idee hinter dem Bauprojekt. So wird die Tiefgarage zum Beispiel mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet, alle Zugänge sollen barrierefrei sein, die Technik ist auf dem neuesten Stand. "Wir hoffen auch ein wenig, dass das Projekt ein Vorbild ist", sagt Ammer-Wabnitz. "Dann sehen vielleicht auch andere, dass soziale Projekte sich durchaus auch finanziell lohnen können."

Lesen Sie hier: Güterzug-Wut!

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