Inventur in Hellabrunn: Tierische Zahlen, Daten und Fakten

Wie jedes andere Unternehmen muss auch der Tierpark Hellabrunn einmal im Jahr eine Bestandsaufnahme durchführen. Diese gestaltet sich in der Praxis jedoch bisweilen alles andere als einfach.
| Bernhard Lackner
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Der Tierpark Hellabrunn zählt zu den tier- und artenreichsten Zoos Europas.
dpa Der Tierpark Hellabrunn zählt zu den tier- und artenreichsten Zoos Europas.

Thalkirchen - Der Tierpark Hellabrunn hat seine jährlichen Inventurergebnisse veröffentlicht: Insgesamt 18.932 Tiere von 733 verschiedenen Arten zählen zum Inventar. Damit gehört der Münchner Zoo zu den tier- und artenreichsten Europas.

Die Zählung an sich gestaltet sich in Hellabrunn naturgemäß nicht immer einfach: Während vier Erdmännchen vergleichsweise schnell gezählt und gewogen sind, fliegen die Pfirsichköpfchen, ohne die Zählung zu beachten, wie sie möchten durch ihre Anlage. Schwierig wird es auch bei Tierarten, welche sich ähneln wie ein Ei dem anderen.


Die Erdmännchen lassen sich gerne zählen. Foto: Tierpark Hellabrunn

Daher werden Tiere, die ständig in Bewegung sind, lediglich geschätzt. Bei den Schwarmfischen im Aquarium beispielsweise wird nur in einem Beckenausschnitt beobachtet, gezählt und später der gesamte Bestand geschätzt.

Der Fokus liegt auf bedrohten Tierarten

Pinguine hingegen werden mit Hilfe von Futter auf eine normale Personenwaage gelockt und gewogen. Auch bei den Eisbären ist das Wiegen wesentlich einfacher: Mit einer in die Anlage integrierten Waage kann das Gewicht der Tiere jederzeit ermittelt werden.

Große Überraschungen gibt es bei einer Inventur im Tierpark Hellabrunn jedoch nur selten. "Natürlich fehlt bei der Inventur am Ende des Jahres nicht einfach ein Katta oder eine Mhorrgazelle", so Kurator Carsten Zehrer. Prinzipiell würde die Bestandsentwicklung ohnehin das ganze Jahr hinweg beobachtet: "Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden im Tagesbericht eingetragen." Am Ende eines Jahres wird schließlich Bilanz gezogen.

Beeindruckend am Tierpark Hellabrunn ist auch die große Diversität der Tiere, von klitzeklein bis riesengroß ist alles dabei.

Hier die Rekordhalter:

Das größte Tier: Giraffe Bahati hat eine Scheitelhöhe von circa vier Metern

Das schwerste Tier: Elefantenbulle Gajendra bringt rund 5.000 Kilogramm auf die Waage

Das längste Tier: Das größte Anakonda-Weibchen ist 6,2 Meter lang

Das kleinste Tier: Die Raubturmdeckelschnecke ist nur etwa 0,3 bis 0,4 Zentimeter groß

Das älteste Tier: Eine Aldabra-Riesenschildkröte ist über 100 Jahre alt

Das letztgeborene Tier 2017: Yak-Kalb Reika ist am 31. Dezember 2017 zur Welt gekommen

So sind die Tiere in Hellabrunn zahlenmäßig verteilt:

Säugetiere 927 in 88 Arten
Vögel 630 in 75 Arten
Reptilien 417 in 42 Arten
Amphibien 417 in 42 Arten
Fische ca. 8.960 in 298 Arten
Insekten ca. 2.000 in 25 Arten
Spinnentiere 65 in 7 Arten
sonstige wirbellose Tiere ca. 5.840 in 190 Arten

Unter den insgesamt 733 Arten gibt es auch einige stark bedrohte Tierarten, beispielsweise Silbergibbons. Die laut der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestufte Primatenart gibt es deutschlandweit nur in Hellabrunn zu sehen. Auch in Zukunft wolle man den Fokus vor allem auf bedrohte Tierarten legen.

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