Im Herzen Münchens: Das Jüdische Zentrum

Das Jüdische Zentrum am St.-Jakobs-Platz – am 2. Juli gibt’s ein großes Bürgerfest zum Zehnjährigen. Der AZ-Stadtspaziergänger hat sich schon mal umgesehen.
| Sigi Müller
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Das Innere der Ohel-Jakob-Synagoge, die am 9. November 2006 eingeweiht worden ist.
Sigi Müller 5 Das Innere der Ohel-Jakob-Synagoge, die am 9. November 2006 eingeweiht worden ist.
Der Toraschrank ist der heiligste Ort in der Synagoge.
Sigi Müller 5 Der Toraschrank ist der heiligste Ort in der Synagoge.
Düstere Erinnerungen: der Gang der Erinnerung mit mehr als 4500 Namen von Münchner Juden, die von den Nazis ermordet wurden.
Sigi Müller 5 Düstere Erinnerungen: der Gang der Erinnerung mit mehr als 4500 Namen von Münchner Juden, die von den Nazis ermordet wurden.
Altstadt-Silhouette: Synagoge, gotische Giebel und die Lukaskirche.
5 Altstadt-Silhouette: Synagoge, gotische Giebel und die Lukaskirche.
Unmittelbar neben der Synagoge: das Jüdische Museum.
Sigi Müller 5 Unmittelbar neben der Synagoge: das Jüdische Museum.

München - Betritt man den Platz vom Oberanger, finden wir zunächst den Brunnen, der zur Zeit außer Betrieb ist, links das Stadtmuseum, zur Rechten das Jüdische Zentrum, dazwischen das Jüdische Museum und dann die Synagoge. Für die Fassaden der jüdischen Bauwerke wurde Naturstein verwendet. So sind die Steine der Synagoge der Klagemauer nachempfunden und roh. An der linken Seitenwand werden von Gläubigen, ähnlich wie in Jerusalem, kleine Gebetszettel in die Ritzen gesteckt.

Im Gang der Erinnerungen: Die 4.500 Namen ermordeter Münchner Juden. Auch der Name Albertine Neuland, Großmutter von Charlotte Knobloch, die seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist, steht dort. Der Gang führt in die Synagoge – und im Lichtspiel der Sonne, die durch die oberen Glasfenster scheint und zu jeder Tageszeit andere Formen hervorbringt, stehen wir in dem großen Gebetsraum. Ich erfahre viel über jüdische Bräuche und Traditionen. Zum Beispiel, dass bei den siebenarmigen Leuchtern in der Münchner Synagoge der mittlere Arm ohne Kerze ist, also nur sechs Arme mit Kerzen bestückt sind. Die Zahl 6 steht symbolisch für die sechs Millionen getöteter Juden im Dritten Reich.

Bürgerfest am 2. Juli

Vom Dach des Jüdischen Zentrums aus haben wir einen tollen Blick über den St.-Jakobs-Platz und die Altstadt. Im Gebäude selbst befindet sich das Einstein, ein koscheres Restaurant. Was viele gar nicht wissen: Hier können Menschen mit Laktoseintoleranz bedenkenlos essen, denn koscheres Essen bedeutet auch, dass sich darin keinerlei Spuren von Milchprodukten finden.

Nächstes Wochenende, am 2. Juli, feiert das Jüdische Zentrum das zehnjährige Bestehen mit einem großen Bühnenprogramm, mit Führungen und vielen Spielmöglichkeiten für Kinder. Gefeiert wird nicht nur auf dem St.-Jakobs-Platz, sondern auch am benachbarten Sebastiansplatz. Jeder ist eingeladen – das Bürgerfest findet von 12 bis 19 Uhr bei jedem Wetter statt. Schauen Sie doch einfach mal vorbei!

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