Ideen für ruhiges Wohnen am Ring

Die Preisträger des Europan-Wettbewerbs für den Standort München stehen fest - junge Architekten entwickeln Ideen für ein GEWOFAG-Quartier in Obergiesing.
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Der Gewinnerentwurf fürs Wohnen am Ring.
ina Planungsgesellschaft mbH/ho Der Gewinnerentwurf fürs Wohnen am Ring.

Giesing - Wie können Menschen auch am Mittleren Ring gut wohnen? Das haben sich junge Architekten gefragt, die am europaweit größten Ideenwettbewerb für Architektur und Städtebau, Europan, teilgenommen haben.

Wettbewerbsaufgabe war, neue Ideen für mehr Wohnfläche und den Schallschutz für ein Wohnquartier der GEWOFAG entlang des Mittleren Rings, einer stark befahrenen Straße, zu entwickeln. Nun stehen die Preisträger fest.

Die Wohnanlage der GEWOFAG mit 84 Wohnungen aus den 1960er Jahren an der Bacherstraße/Chiemgaustraße in Obergiesing ist der einzige Münchner Standort in diesem europäischen Wettbewerb. Unter dem Motto „Wohnen am Ring“ lautete die Aufgabenstellung in München, neue Anregungen für Lärmschutzlösungen zu entwickeln, die für die Bewohnerinnen und Bewohner auch eine Steigerung an Wohn- und Lebensqualität bewirken.

Den ersten Preis für das GEWOFAG-Quartier an der Bacherstraße gewann der Entwurf der ina Planungsgesellschaft mbH aus Darmstadt. Die Architekten Joost Hartwig, Ingo Lenz, Nikola Mahal, Patrick Pick, Johanna Henrich, Isabell Passig, Michael Keller und Matthias Hampe überzeugten mit ihrem zeitgemäßen Entwurf „Wohnen am Ring“. Sie zeigen auf, wie man mit wenigen Mitteln den Bestand erhalten und mit Neubau weiterentwickeln kann.

Ein vielseitig nutzbares „Regal aus Containern“ sorgt für Lärmschutz und erschließt gleichzeitig neue Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Ateliers oder Gemeinschaftsräume. Die Idee sieht auch vor, dass der Neubau flexibel weiterentwickelt werden kann, wenn sich die Verkehrssituation am Ring ändern sollte.

„Um hochwertigen Wohnraum zu schaffen, sind wir immer auf der Suche nach neuen Ideen – vor allem in lärmbelasteten Quartieren am Ring. Der Siegerentwurf der jungen Architekten ist gelungen und zukunftsfähig. Er zeigt, wie man mit wenigen Mitteln die Qualität des Bestandes erhalten kann. Gleichzeitig enthält er gute Ideen für mehr Wohnraum und den Lärmschutz“, so Sigismund Mühlbauer, Prokurist der GEWOFAG.

Der Jury unter dem Vorsitz von Prof. Hilde Léon gefiel besonders das multifunktionale Regal aus Containern, das zwischen die Verlängerungen der bestehenden Zeilen gestellt wird und für den Lärmschutz der dahinter stehenden Innenhöfe sorgt. Gleichzeitig bietet es einen Nutzungsmix in Form von Ateliers und Arbeitsräumen, Gästezimmern und grünen Wintergärten. Dadurch entstehe eine neue Identität am Ring, „die neugierig macht“.

Neben dem ersten Preis gewann das Modell „Combined Process“ der Pariser Rémi Vilarinho, Aurélien Masson und Antoine Fouchiere einen so genannten „Ankauf“, einen weiteren Preis.

Die dahinterstehende Idee kombiniert die Nutzung des Bestandes als Wohn- und Gewerberaum. Dabei legten die Architekten ein besonderes Augenmerk auf die Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohner für die fiktiven Umbaumaßnahmen.

Eine Anerkennung gab es für die eingereichte Idee „Schachbrettspiel“ von Yannick Signani, Florian Zirnheld, Nicolas Schuster, Jean Scherer und Ulrike Schildbach aus München. Das Team entwarf unter anderem eine abwechslungsreiche Fassade und ruhige Wohnhöfe.

Alle Entwürfe für die Bacherstraße werden voraussichtlich im Frühjahr 2014 in einer Ausstellung zu sehen sein.

 

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