Hier legt die neue Radlspur den Autoverkehr lahm

Kaum ist sie da, schon gibt es Ärger um die neue Verkehrsführung im Kunstareal. Der als Staufalle bezeichnete Umbau sei „eine Einschränkung für die Autofahrer“.
| Petra Martin
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Inzwischen schon ein vertrautes Bild: Verkehrsinfarkt im Berufsverkehr in der Josef-Rüderer-Straße in Richtung Gabelsbergerstraße.
Petra Schramek Inzwischen schon ein vertrautes Bild: Verkehrsinfarkt im Berufsverkehr in der Josef-Rüderer-Straße in Richtung Gabelsbergerstraße.

München - Die neue Verkehrsregelung an der Gabelsbergerstraße in der Maxvorstadt läuft gerade eine Woche in der Praxis – schon regt sich Ärger. Die Autos stauen sich zurück bis auf Dachauer und Nymphenburger Straße. „Das kann doch keiner gewollt haben“, regt sich Anwohner Ralph Martin auf.

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Dass es „keiner gewollt“ haben kann, stimmt nicht ganz. Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit der Beschlussvorlage zugestimmt, die der örtliche Bezirksausschuss und ein Bürgergutachten zum Kunstareal vorgelegt hatte. „Das ist eine politische Entscheidung nach einer kontroversen Diskussion. Das war nicht leichtfertig“, erklärt Martin Klamt vom Planungsreferat.

 

„Verstehe nicht, wie man so eine Verbindung lahmlegen kann“

 

Hintergrund der Neuregelung ist die Gestaltung des Kunstareals mit den Pinakotheken. Hierzu gab es ein Bürgergutachten. Die betroffenen Bürger wollen, dass das Areal um die Galerien herum ein erkennbarer Raum wird, der untereinander vernetzt und mit Wegweisern verweisen wird.

Im Rahmen dieser Untersuchung kam der Wunsch auf, das Gebiet für Radler und Fußgänger freundlicher zu gestalten.

„Der Verkehr braust hier auf sehr breiten Straßen fast wie auf einer Autobahn“, fasst Klamt die brisante Ist-Situation zusammen. Um es für die anderen Verkehrsteilnehmer angenehmer und vor allem weniger gefährlich zu machen, sollen, so die Planungen, die Einbahnregelungen in der Theresien- und Gabelsbergerstraße aufgehoben werden.

 

„Man kann den Autoverkehr doch nicht ganz totmachen“

 

Außerdem wird in der Gabelsberger Straße ein Radlstreifen eingerichtet, was momentan auch bereits Schritt für Schritt geschieht.

Erste Auswirkungen bleiben nicht aus. Besonders im morgendlichen Berufsverkehr reiht sich Auto an Auto. „Es hat sich hier früher schon gestaut – und jetzt wird das wirklich zum Nadelöhr. Ich verstehe nicht, wie man so eine wichtige Verbindung zum Altstadtring lahmlegen kann“, moniert Anwohner Ralph Martin. „Man kann den Autoverkehr doch nicht ganz totmachen. Es müssen doch beide leben können.“

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Martin Klamt vom Planungsreferat gibt zu: „Klar ist es für einige eine Einschränkung. Für andere – Anwohner, Radler, Fußgänger – ist es aber auch eine Befreiung. Das ist halt der Veränderungseffekt. Plötzlich ist es anders, da muss man sich erst einmal daran gewöhnen.“

Der Planer ist optimistisch, dass sich die Situation einpendeln wird. „Es wird oft vergessen, dass Verkehr nicht nur Autos sind, sondern auch Fußgänger, Radler und öffentlicher Nahvekehr. Das müssen wir alles unter einen Hut bringen.“

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