Grünen-Politiker rocken Münchens Altstadt

Im Bezirksausschuss und auf der Bühne: Norbert Weigler diskutiert nicht nur mit seinem Lieblings-Kollegen von den Grünen, er rockt auch mit ihm.
| Eva von Steinburg
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Norbert Weigler sitzt für die Grünen im Bezirksausschuss Altstadt-Lehel.
evs Norbert Weigler sitzt für die Grünen im Bezirksausschuss Altstadt-Lehel.

Altstadt/Lehel - „Von der Praterinsel bis zum Kies, von Lerchenfeld bis zum Gries – überall gilt: ois is Blues.“ Der „Lehelstraßenblues“ ist eine Hommage auf das alte Viertel – von der Heimatsound-Band „Grüneis“. Text: Norbert Weigler (61), ein großgewachsener verschmitzter Lehrer. Gesang: Markus Stadler (36), Physiker mit voller Stimme und Münchner Zungenschlag.

Beim einem Straßenfest traten die Männer das erste Mal auf

Ihr Übungsraum ist eine Garage auf der Praterinsel: Beim Straßenfest vor dem „Nage & Sauge“ traten die Männer das erste Mal mit ihrer groovigen Band auf. Ironischerweise war es jedoch trockene Stadtviertelpolitik, die Stadler und Weigler vor fünf Jahren zusammengebracht hat. Meeting-Point: Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel (BA), der jeden Monat im Hofbräuhaus tagt.

Beide sitzen hier für die Grünen. Sie sind dafür, Tempo-20-Zonen anzutesten. Sie möchten mehr Bänke für den St.-Anna-Platz. Ihr wichtigstes Ziel: Drei neue Erhaltungszonen im Lehel etablieren, um die massive Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen wieder zu stoppen. „Wir wollen die gewachsene Struktur erhalten, nicht die Porsche-Fraktion erhöhen“, fordern sie. Mehr als zehn ihrer Freunde waren gezwungen, aus dem Lehel wegzuziehen – weil sie die gestiegenen Mieten nicht mehr zahlen konnten.

Schon Karl Valentin lebte im Lehel

Der temperamentvolle Stadler, der ruhige Weigler – was haben die Grünen-Politiker charakterlich gemeinsam? „Wir sind sehr offen und haben keine Scheuklappen“, meint Weigler. Auffällig ist der große Familiensinn beider Männer. Weigler hat drei erwachsene Kinder, Stadler zwei Teenager. Beide hatten für eine Weile das Amt des Kinderbeauftragten im BA inne: Weigler konnte einen Sportplatz für Fußballkids öffnen. Zusammen setzten sie sich hartnäckig für ein richtiges Jugendzentrum am St.-Anna-Platz ein – diesmal vergebens.

Karl Valentin lebte im Lehel. Konstantin Wecker ist in der Thierschstraße aufgewachsen. Inzwischen ist die Architektendichte bemerkenswert. Was ihr Viertel für sie bedeutet? „Heimatliebe ist das“, sagt Norbert Weigler, „das Isarflimmern ist nirgends so schön, wie bei uns im Viertel“ – und dichtet im Lehel-Blues: „Der St.-Anna-Platz is a Schau. Bunt und kultig, niemals grau.“

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