Großeinsatz der Polizei: Mehrere Männer mitten in der Nacht mit Messern und Eisenstangen überfallen

Im wahrsten Sinne überfallartig stürmen maskierte und bewaffnete Täter am Freitagabend eine Unterkunft am Moosacher Bahnhof, die von bulgarischen Arbeitern bewohnt wird. Es gibt vier Verletzte, einer davon schwer. Die Täter entkommen. War Fremdenfeindlichkeit das Motiv?
Myriam Siegert
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Das Haus Bunzlauer Straße 1 direkt am Moosacher Bahnhof: Hier fand der brutale Übergriff statt.
Das Haus Bunzlauer Straße 1 direkt am Moosacher Bahnhof: Hier fand der brutale Übergriff statt. © Google Street View

Ein Körperverletzungsdelikt in Moosach, so steht es am Sonntag im Bericht der Polizei. Das klingt zunächst eher unspektakulär. Ein Streit in einer Kneipe vielleicht? Eine Schlägerei? Mitnichten. Hinter der Meldung steckt ein Vorfall, der einen an schlimmste Taten der Vergangenheit erinnert.

Die Tat muss sich im wahrsten Sinne überfallartig abgespielt haben, die Szenen klingen erschreckend: Am Freitagabend gegen 22 Uhr haben zehn bis 15 Personen eine Arbeiterunterkunft in der Bunzlauer Straße in Moosach, gleich beim dortigen U- und S-Bahnhof, gestürmt. Sie waren nicht nur maskiert mit Tüchern und Sturmhauben, sondern auch bewaffnet mit Messern und Eisenstangen und griffen die Bewohner sofort an, so berichtet es die Polizei am Sonntag. Manche flüchteten vor den Angreifern, indem sie aus dem Fenster sprangen, sogar aus dem ersten Stock.

Über 30 Streifen sind im Einsatz – die Täter entkommen

In dem Haus wohnen ausschließlich Männer aus Bulgarien. Sie sind allesamt Arbeiter oder Wanderarbeiter, etwa Reinigungskräfte oder Arbeitssuchende, ohne festen Wohnsitz in Deutschland.

Vier Männer bulgarischer Staatsangehörigkeit zwischen 29 bis 36 Jahren werden bei dem Angriff verletzt, einer schwer. Dieser, der 36-Jährige, erlitt eine größere Beinverletzung sowie eine Verletzung an der Hand durch einen scharfkantigen Gegenstand, so die Polizei.

Noch während des Geschehens gehen mehrere Notrufe bei der 110 ein. Es folgt ein Großeinsatz. Die ersten Streifen waren laut Polizei sehr schnell, binnen zwei bis drei Minuten, vor Ort – da waren die Täter schon wieder weg. Wie sie geflüchtet sind, ist noch unklar.

Insgesamt waren laut Polizei über 30 Streifen im Einsatz, außerdem geschlossene Einheiten der Einsatzhundertschaft. Trotz intensiver Sofortfahndung im Umfeld und umfangreicher Spurensicherungsmaßnahmen konnte bislang niemand gefasst werden.

Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv

Die Münchner Polizei betont, man ermittle in alle Richtungen, denn zur Motivlage gebe es bisher nichts Konkretes. Lediglich eine Beziehungstat könne man ausschließen.
Worauf es Hinweise gibt, ist ein fremdenfeindlicher Hintergrund:  Einer der Täter soll den Satz "Schnapp Dir den Zig***r!" gerufen haben.

 

Die Täter werden von Zeugen, soweit erkennbar, als hellhäutig beschrieben, mit teilweise österreichischem Akzent. Weil sie auf 17 bis 20 Jahre geschätzt werden, ermittelt aktuell das Kommissariat 23 für jugendtypische Gewalttaten, das immer dann zuständig sei, wenn mehrere tatverdächtige Personen unter 21 Jahre alt sind, so die Polizei. Es geht um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung und schweren Landfriedensbruch.

Wer hat die Täter flüchten sehen? Polizei sucht weitere Zeugen

Sie sucht außerdem weitere Zeugen. Wer hat im angegebenen Zeitraum in der Bunzlauer Straße und im Bereich des U- und S-Bahnhofes Moosach Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Wem sind Personen aufgefallen, die außer Atem waren, Gegenstände entsorgten oder wegrannten? Wem sind Fahrzeuge aufgefallen, die schnell von dort wegfuhren?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Tel. 089- 29100 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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3 Kommentare
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  • Der wahre tscharlie am 20.05.2026 19:36 Uhr / Bewertung:

    Nachdem meine kritischen Fragen es gestern nicht in die "Entausscheidung" der Veröffentlichung geschafft haben, stell ich sie nochmal.
    Vorweg, ich kenne die Örtlichkeiten dort recht gut.

    Der absolute Knackpunkt ist der Zeitrahmen von drei Minuten, von dem die Polizei berichtet.
    In dieser Zeit sollen 15 Mann das Haus gestürmt, bis in den ersten Stock rauf, die Leute verprügelt und spurlos verschwunden sein?
    Das Moosacher Revier ist ca. 1km Luftlinie von dem Bahnhof weg. Der kürzeste Weg durch die Bahnunterführung an der Dachauerstr. ist wg. Bauarbeiten gesperrt.

    Ich gehe davon aus, dass die Tat von langer Hand geplant war und die Täter mit mehreren Autos da waren (15 Mann). Die müssen also den Tatort fluchtartig (3min.) verlassen haben.
    Und niemand (Polizei) ist da was aufgefallen?

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  • Der wahre tscharlie am 19.05.2026 18:49 Uhr / Bewertung:

    Ich hab da mal ein paar Fragen.
    Die Polizei sagt, sie binnen zwei, drei Minuten vor Ort gewesen. In dem Zeitraum?
    Zum besseren Verständnis. Das Moosacher Revier ist in der Puchheimer Str. ein paaar Minuten auf der anderen Seite der Bahnlinie. Und der kürzeste Weg zum Tatort führt durch die Unterführung, die aber wg. Bauarbeiten gesperrt ist. Um zum Tatort zu gelangen, müssen sie einen großen Umweg fahren. Zwei, drei Min.? Niemals.

    Und in zwei, drei Min. stürmen 15 Mann ein Haus und verschwinden auch noch spurlos?
    Es sind dort nicht nur S-und U-Bahn-Station. Auf der Hausseite sind noch Bus- und Tramstation.
    Und NIEMAND war zu der Zeit unterwegs? Menschenleer? Niemals.

    Als ich den Artikel las, kam mir sofort Rostock-Lichtenhagen in den Sinn, als damals nachts Bürger das dortige Wohnheim stürmen wollten.

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  • kartoffelsalat am 17.05.2026 18:48 Uhr / Bewertung:

    Nazis raus!

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