Gewalteskalation nach Abendessen: Schwabinger hält Arbeitskollegin Messer an den Hals

Nach einem harmlosen Abendessen eskalierte ein Streit zwischen zwei Münchner Kollegen. Der 46-Jährige bedrohte die 35-Jährige mit einem Messer und einer Pistole, was zu einem großangelegten Polizeieinsatz führte.
von  Hüseyin Ince
Der Täter drohte seinem Opfer mit einem Messer. (Symbolbild)
Der Täter drohte seinem Opfer mit einem Messer. (Symbolbild) © imago/Polizei

Alles hatte mit einem wahrscheinlich gemütlichen Abendessen begonnen. Am Dienstag (13. Januar) hatten sich zwei Münchner Arbeitskollegen verabredet, nicht zum ersten Mal. Sie waren zwar kein Paar, vielleicht noch keines. Aber offenbar tauschten sie regelmäßig Zärtlichkeiten aus, wie später zu hören war.

Doch gegen zwei Uhr erreichte die Münchner Polizei ein Notruf aus der Hohenzollernstraße. Eine 35-Jährige hatte sich gemeldet. Sie berichtete von einer Bedrohungslage. Ein Mann, der 46-jährige Kollege, habe ihr nach einem Streit ein sogenanntes Springermesser an den Hals gehalten. Auch mit einer Art Pistole habe er sie bedroht. Der Frau sei es gelungen, aus dessen Wohnung zu fliehen.

Die Polizei löst nach dem Notruf einen größeren Einsatz samt Spezialkommando aus

Die 35-Jährige berichtete auch von Schlägen ins Gesicht. Der 46-Jährige habe zudem ihren beiden Mobiltelefone sowie ihren Laptop zerstört. Für die Polizei war klar: Hier ist Eile geboten. Mehrere Streifen und ein Spezialeinsatzkommando wurden aktiviert. Sie fuhren zur Wohnung des 46-Jährigen in Schwabing. Sie nahmen den 46-Jährigen widerstandslos fest.

Von einer echten kaum zu unterscheiden: Mit einer ähnlichen Softairwaffe und dazu einem Messer hat ein Schwabinger seine Arbeitskollegin massiv bedroht.
Von einer echten kaum zu unterscheiden: Mit einer ähnlichen Softairwaffe und dazu einem Messer hat ein Schwabinger seine Arbeitskollegin massiv bedroht. © IMAGO/Christian Ohde

Die 35-Jährige war leicht verletzt und musste vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht werden. Sie klagte über Schwindel, Schock und Gesichtsverletzungen. Bei der anschließenden, richterlich angeordneten Durchsuchung der Wohnung des Mannes wartete auf die Beamten eine Überraschung: Sie fanden etwa 30 bis 40 Waffen und Messer, die sie allesamt sichergestellt haben. Es handelt sich offenbar hauptsächlich um sogenannte Softair-Handfeuerwaffen, die echten Waffen täuschend ähnlich sehen.

Ob der Mann all die Waffen besitzen darf, ist noch nicht geklärt

Ein Polizeisprecher sagte, noch sei unklar, ob die Waffen legal seien und der Mann einen Waffenschein besitze. Das alles müsse noch geklärt werden. Im Anschluss an die polizeiliche Sachbearbeitung wurde der 46-Jährige wieder freigelassen. Gegen den Schwabinger wird nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt.

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