Genuss bei genau 80 Grad

Kaffee Espresso Kolonial: Pappbecher zum Mitnehmen haben hier nichts zu suchen – hier verweilt man gerne.
| Daniel Gahn
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Im Kaffee, Espresso Kolonial in der Donnersbergerstraße zaubert Barista Florentin Kümpfbeck auch türkischen Mocca.
Daniel von Loeper Im Kaffee, Espresso Kolonial in der Donnersbergerstraße zaubert Barista Florentin Kümpfbeck auch türkischen Mocca.

Kaffee, Espresso Kolonial: Pappbecher zum Mitnehmen haben hier nichts zu suchen – hier verweilt man gerne.

Neuhausen - Es gibt es also doch noch. Ein Café, das sich auf Kaffee konzentriert und in dem Begriffe wie „Decaf“, „Soja-Latte“ und „to stay oder to go“ überhaupt keinen Platz haben. In der Donnersbergerstraße betreiben Thomas Leeb und seine Mitarbeiter ein Kaffeehaus im Kolonialstil.

Leeb lebt hier seine eigene Philosophie des Kaffees vor. Der Mann liebt Kaffee und möchte seinen Gästen einen neuen Blickwinkel auf das Heißgetränk geben.

Stichwort Heißgetränk. Bei der Temperatur fängt alles an. „Wir haben beim Kaffee alles falsch gemacht“, erklärt Leeb. Da man früher der Wasser-Qualität nicht trauen konnte und der Qualität des Kaffees genauso wenig, wurde Kaffee traditionell gekocht, so seine Erklärung. Kaffee-Kochen ist für ihn verboten, da die Kaffee-Bohne einen sensiblen Charakter besitzt, der nicht gekocht werden will.

Leebs Geheimnis für den perfekten Kaffee klingt ein bisschen wie eine mathematische Formel: 80 Grad heißes Wasser plus 8 Gramm Kaffee und eine Ziehzeit von 1 Minute und 10 Sekunden ergibt für ihn die optimale Tasse Kaffee. Leeb weiß wovon er spricht. Er hat seinen Kaffee mit Wasser von 0 bis 100 Grad auf jeder Gradstufe gebrüht. Was sich anhört wie eine Spielerei eines Kaffee-Professors, lässt sich jedoch auch von jedem Laien deutlich schmecken. Die beiden Brüheinheiten seiner Siebträgermaschine haben ein Temperatur-Unterschied von einem Grad und erstaunlicherweise besitzt dadurch der Espresso ein völlig anderes Aroma.

Kaffee ist im Kolonial Kulturgut und kein schneller Wachmacher, den man auf dem Weg von A nach B in einem Pappbecher zu sich nimmt. Leeb sieht seinen Laden eher als einen Ort, „an dem man Urlaub von der Welt da draußen machen soll.“ Das Kolonial wirkt wie eine angenehm duftende Zuflucht. So finden sich auf den kleinen Bistrotischen bunte Zettel mit Zitaten, die zum Nachdenken und zum Unterhalten anregen sollen.

Nach einem Besuch im Kolonial wird man mit Sicherheit den eigenen Kaffee-Konsum und die heimische Kaffee-Maschine anders sehen und sich insgeheim vielleicht sogar ein bisschen verfluchen, dass man sich eine dieser Alu-Kapsel-Kaffeemaschinen angeschafft hat. Im Kolonial gibt es nicht nur ausgezeichneten Kaffee und Mokka, die passenden Maschinen und Kannen werden auch angeboten. „To go“, wie ein Kapsel-Kaffee-Trinker sagen würde.

Website: www.kaffee-espresso-kolonial.de

Donnersbergerstr. 39, 80634 München

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