Gastro-Branche kämpft gegen Franziskaner-Aus

Das Gewerbe will nichts unversucht lassen, ein mögliches Aus der Traditionsgaststätte zu verhindern – mit politischem Druck und vielleicht auch einer Groß-Demo.
| Annette Baronikians
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Steht unter Denkmalschutz - aber dummerweise halt auch nur teilweise: die bedrohte Traditionsgaststätte "Zum Franziskaner" gegenüber der Oper.
Mike Schmalz Steht unter Denkmalschutz - aber dummerweise halt auch nur teilweise: die bedrohte Traditionsgaststätte "Zum Franziskaner" gegenüber der Oper.

Altstadt - Die Gastro-Szene macht mobil– gegen eine Schließung der Traditionsgaststätte Franziskaner. Hinter den Kulissen brodelt es nicht nur gewaltig. Dort hört man sogar schon von geplanten (Groß-)Aktionen. „Ich glaube, dass man sich bei dieser ganzen Schweinerei auch auf den gesunden Volkszorn verlassen kann“, sagt ein Insider der AZ.

Fakt ist: Protest formiert sich, möglicherweise auch eine Demo. Die Branche wird nichts unversucht lassen, ein mögliches Aus der Wirtschaft an der Oper zu verhindern.

Wie die AZ berichtete, soll es einen großen Immobilien-Deal geben, durch den der Franziskaner einem neuen Shopping-Komplex weichen müsste. Sicher ist, dass die Immobilien-Familie August von Finck Franziskaner-Wirt Edi Reinbold den Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz verkauft hat – angeblich zu einem attraktiven Preis, damit Reinbold im Gegenzug vorzeitig seinen noch bis 2022 laufenden Franziskaner-Pachtvertrag auflöst. „Dass dem Franziskaner, der so ein Münchner Traditionsbetrieb ist, aus reiner Profitgier die Schließung droht, ist ein Anschlag auf die Wirtshauskultur“, sagt Franz Bergmüller, Bezirksvorsitzender im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (BHG). Er kündigt an: „Einem Aus muss man mit allen Mitteln entgegenwirken.“

Im Verband werde bereits „das breitgefächerte Netzwerk aktiviert“, bestätigt Münchens BHG-Chef Conrad Mayer: „Diese Münchner Gastronomie-Institution darf nicht sterben.“ Bergmüller, der zugleich auch Vorsitzender des Vereins zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) ist, sieht vor allem auch die Stadt in der Pflicht: „Wir brauchen nicht die x-te Shoppingmeile. Die Stadt hat die Verantwortung, beim Franziskaner mit allen städtebaulichen Mitteln einer Nutzungsänderung entgegenzutreten.“

Dass dies durchaus erfolgsversprechend sein kann, zeige sich bei der Schrannenhalle. „Hier hatten wir schon Diskussionen, ob eine Nutzung mit einem Edeka-Markt passend ist“, sagt Bergmüller: „Hier hat sich die Stadtspitze klar positioniert, auch um das Kulturgut Viktualienmarkt nicht zu schwächen. Gleiches gilt für das Ensemble am Opernplatz.“

Seine Branche weiß Franz Bergmüller hinter sich: „Politisch muss der Druck verstärkt werden!“

Und was sagt Franziskaner-Wirt Edi Reinbold, der auch Wiesn-Wirt im Schützenzelt ist?

Den Kauf des Löwenbräukellers bestätigt er. Ansonsten lässt er seit Bekanntwerden des Mega-Deals am vergangenen Donnerstag bei den verschiedensten Zusammentreffen und Nachfragen Verschiedenstes wissen.

Mal versichert Edi Reinbold, dass er von einem Aus des Franziskaners nichts wisse und niemand mit ihm über ein mögliches Ende auch nur ein einziges Wort verloren habe. Mal hört man allerdings auch, dass er nichts sagen dürfe.

Sei’s wie’s sei. Dass die Pläne rund um den Franziskaner so frühzeitig bekannt wurden, dürfte auch Immobilien-Mogul von Finck nicht gefallen.

Heftiger Gegenwind bläst allen Beteiligten des Deals entgegen.

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