Freisinger Hof: Bayerisch, aber schon gehoben

Das bayerische Traditionshaus Freisinger Hof sieht aus wie eine zünftige bayerische Gaststätte. Doch die Gerichte überraschen durch Qualität.
| Daniel Gahn
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Schickes Hotel, gehobene bayerische Küche: Der Freisinger Hof.
Hotel Freisinger Hof Schickes Hotel, gehobene bayerische Küche: Der Freisinger Hof.

Oberföhring – Seit 1875 gibt es den Freisinger Hof in Oberföhring. 140 Jahren nach der Eröffnung wird es Zeit, dem Traditionshaus einen Besuch abzustatten. Besser spät als nie.

Das Hotel mit angeschlossen Lokal macht einen imposanten Eindruck, der sich bis in den Gastraum weiterzieht. Die Einrichtung ist holzvertäfelt, bodenständig, bayerisch. In der Ecke hängt ein Kruzifix. Damit kein Zweifel aufkommt: Der Freisinger Hof ist eine bayerische Gaststätte. Nach dem Blick in die Karte wird der Eindruck aber revidiert. Das Lokal ist ein gehobenes Restaurant mit bayerischem Einschlag.

Der Service ist schnell. Die Karte wirkt durchdacht, setzt auf saisonale Produkte und macht Appetit. Noch vor der Vorspeise überzeugt das Griebenschmalz, das zum Brotkorb gereicht wird. Das Rindertatar (15 Euro) setzt Maßstäbe in Sachen Geschmack. Ein Tatar in Perfektion, nur die Portion ist arg überschaubar.

An der Menge der Schaumsuppe vom steirischen Muskatkürbis (9 Euro) gibt es aber nichts zu mäkeln. Sie wird in einem merkwürdig geschwungenen Teller serviert. Der Geschmack ist weniger aufregend als die Schale.

Lesen Sie hier: Barroom - Wie in der guten, alten Zeit

Im Freisinger Hof wird jedes Gericht auf einem anderen Teller serviert und so kommt das Filet vom Weideochsen (27,50 Euro) auf einer Art geschwungenen Acht daher und der Zwiebelrostbraten (23,50 Euro) auf einer länglichen Platte. Rein optisch sind die Gerichte wunderbar angerichtet, geschmacklich kann jedoch der Rostbraten, besonders die Soße, nicht mithalten. Der Weideochse dagegen: eine zarte Wucht, die prächtig mit der Morchelsoße harmoniert.

Das Dessert kommt ebenfalls auf kunstvoll geschwungenem Teller. Der Palatschinken mit hausgemachter Marillenmarmelade (8 Euro) ist optimal gelungen, die hölzern-nussige Kombination des Kürbiskernkrokantparfaits (10 Euro) überzeugt dagegen weniger. Die geschwungenen Teller im Freisinger Hof machen durchaus was her – und auch die Preise können sich sehen lassen. Beim Geschmack gilt jedoch das alte Motto: Gutes hat eben auch seinen Preis.

Oberföhringer Str. 189-191 | Tel.: 95 23 02 | Mo bis So 11-24 Uhr

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